Tiefgründiges Buch über Jugendliche mit Problemen
Das Buch Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt und die daraus erwachsene Fernsehserie Der Club der Roten Bänder ist 2015 wie eine Bombe eingeschlagen. Sechs Freunde, die in einem Krankenhaus leben und überleben, haben alle Zuschauer tief berührt. Einige Zuschauende wurden aber auch inspiriert und begannen ihre eigene Geschichte oder die Geschichten anderer, die es vielleicht selbst nicht mehr können, zu erzählen.
Ob Lilly Bogenberger von der Serie inspiriert wurde, das wissen wir nicht. Der Hintergrund ihres Buches Narbenmädchen könnte aber darauf hinweisen. Das Buch handelt auch von Jugendlichen, immerhin eine Gemeinsamkeit. Diese Jugendlichen sind aber nicht in einem Krankenhaus, sie verbringen vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche. Dieses Buch ist Lilly Bogenbergers Debutwerk, sie war allerdings bereits als Drehbuchautorin für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Erschienen ist das Buch Mitte März beim dtv.
Inhalt
Das namensgebende Narbenmädchen ist die Protagonistin Lara. Lara ritzt sich an verschiedenen Körperstellen und nun erhält sie in der Kur ihre letzte Chance vor der Psychiatrie. Für Lara ist diese Situation alles andere als einfach und nur das Ritzen sorgt für Entspannung. Mit ihr sind auch noch ein paar andere Jugendliche in der Kur. Diese Jugendlichen haben andere „Probleme“. Gewalt, Drogen, Suizidgedanken, Bulimie, um nur einige zu nennen. Wie soll man da therapiert werden? Das denken sich auch Neo und Finn, der eine ist wegen Drogen, der andere wegen Selbstmord in der Kur. Die drei bilden bald ein Trio und therapieren sich dann auch selbst.
Stil
Das Buch wird komplett aus Laras Sicht beschrieben und wir können deshalb auch nur ein ihren Gedanken und ihren Einschätzungen teilhaben. Das passt aber, denn Lara ist scharfsinnig genug, um selbstironisch, lakonisch und emotional über sich und die Anderen zu berichten. Gut, dass macht natürlich die Autorin, aber sie macht es passend für eine 15-jährige Protagonistin. Das führt dazu, dass man immer mitgenommen wird und mitfühlt. Vier Wochen sind keine lange Zeit und doch können wir Laras Entwicklung in den vier Wochen nicht nur erleben, sondern auch verstehen. Das gelingt nicht vielen Autor*innen.
Auch die anderen handwerklichen Aspekte überzeugen komplett. Die Einführung aller Personen ist gelungen, auch wenn natürlich Laras Meinung und das Wissen immer wieder neue Elemente und tiefgründiges offenbaren. Natürlich auch über sie selbst. Die Spannungskurve ist mehr eine Linie, die durchgehend sehr weit oben ist, denn es passiert immer etwas und wir bleiben hoffnungsvoll nach vier Wochen mit Lara zurück.
Fazit
Narbenmädchen ist ein Buch über eine vierwöchige Kur über ein Mädchen, dass sich, um sich besser zu fühlen, schneidet. Durch die Entwicklung der Protagonistin in den vier Wochen der Kur, fühlen und erleben wir mit, was Therapie mit einem machen kann. Spannung vom Anfang bis zum Ende und eine Autorin mit Tiefgang. Großartiges Debutwerk!
Ob Lilly Bogenberger von der Serie inspiriert wurde, das wissen wir nicht. Der Hintergrund ihres Buches Narbenmädchen könnte aber darauf hinweisen. Das Buch handelt auch von Jugendlichen, immerhin eine Gemeinsamkeit. Diese Jugendlichen sind aber nicht in einem Krankenhaus, sie verbringen vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche. Dieses Buch ist Lilly Bogenbergers Debutwerk, sie war allerdings bereits als Drehbuchautorin für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Erschienen ist das Buch Mitte März beim dtv.
Inhalt
Das namensgebende Narbenmädchen ist die Protagonistin Lara. Lara ritzt sich an verschiedenen Körperstellen und nun erhält sie in der Kur ihre letzte Chance vor der Psychiatrie. Für Lara ist diese Situation alles andere als einfach und nur das Ritzen sorgt für Entspannung. Mit ihr sind auch noch ein paar andere Jugendliche in der Kur. Diese Jugendlichen haben andere „Probleme“. Gewalt, Drogen, Suizidgedanken, Bulimie, um nur einige zu nennen. Wie soll man da therapiert werden? Das denken sich auch Neo und Finn, der eine ist wegen Drogen, der andere wegen Selbstmord in der Kur. Die drei bilden bald ein Trio und therapieren sich dann auch selbst.
Stil
Das Buch wird komplett aus Laras Sicht beschrieben und wir können deshalb auch nur ein ihren Gedanken und ihren Einschätzungen teilhaben. Das passt aber, denn Lara ist scharfsinnig genug, um selbstironisch, lakonisch und emotional über sich und die Anderen zu berichten. Gut, dass macht natürlich die Autorin, aber sie macht es passend für eine 15-jährige Protagonistin. Das führt dazu, dass man immer mitgenommen wird und mitfühlt. Vier Wochen sind keine lange Zeit und doch können wir Laras Entwicklung in den vier Wochen nicht nur erleben, sondern auch verstehen. Das gelingt nicht vielen Autor*innen.
Auch die anderen handwerklichen Aspekte überzeugen komplett. Die Einführung aller Personen ist gelungen, auch wenn natürlich Laras Meinung und das Wissen immer wieder neue Elemente und tiefgründiges offenbaren. Natürlich auch über sie selbst. Die Spannungskurve ist mehr eine Linie, die durchgehend sehr weit oben ist, denn es passiert immer etwas und wir bleiben hoffnungsvoll nach vier Wochen mit Lara zurück.
Fazit
Narbenmädchen ist ein Buch über eine vierwöchige Kur über ein Mädchen, dass sich, um sich besser zu fühlen, schneidet. Durch die Entwicklung der Protagonistin in den vier Wochen der Kur, fühlen und erleben wir mit, was Therapie mit einem machen kann. Spannung vom Anfang bis zum Ende und eine Autorin mit Tiefgang. Großartiges Debutwerk!