Wichtiges Thema sehr gut aufgearbeitet

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steffis_buecherwelt Avatar

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"Narbenmädchen” ist tiefgründig, realitätsnah, authentisch und kritisch.
Das Cover hat mich im ersten Moment noch nicht angesprochen, doch in Verbindung mit dem Klappentext und der Geschichte ist es ideal gewählt.
Das Buch beginnt mit einer Triggerwarnung - was an dieser Stelle wirklich wichtig ist, auch wenn der Klappentext bereits aussagt, dass es sich bei dem Buch um keine rosa-rote Geschichte handelt.
Anschließend lernt der Leser die jugendliche Protagonistin Lara und ihr Problem direkt kennen. Die Geschichte wird aus Laras Perspektive erzählt und passt sich in Schreibstil und Wortwahl an die Gedankenwelt einer Jugendlichen an. Der Leser kann sich somit sehr gut in Lara hineinversetzen und sie verstehen. Er begleitet sie auf ihrem Weg und lernt sie dabei immer besser kennen. Dabei bekommt der Leser einen vollumfänglichen Blick auf ihr Leben - sowohl ihre Gegenwart, in der sie sich aufgrund selbstverletzendem Verhalten in einer Heilanstalt befindet, als auch in ihre Vergangenheit, die dem Leser tiefe Einblicke in die Hintergründe gibt.
Neben Lara gibt es natürlich noch weitere Jugendliche, die in der Heilanstalt mit ihren eigenen Dämonen kämpfen. Es ergibt sich ein Spektrum aus verschiedenen Krankheitsbildern und Hintergründen. Jeder einzelne ist für sich genommen einzigartig und mit eigenem Charakter versehen.
Doch es geht nicht nur allgemein um die Jugendlichen und ihre Krankheitsbilder, es geht auch um Dynamiken innerhalb der Peergruppe, um Kontakte mit der Außenwelt und um eine kritische Reflexion mit den Gegebenheiten der Heilanstalt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nicht zuletzt, weil es ein unglaublich wichtiges Thema aufgreift und einen Weg bietet, Außenstehenden die Problematik näherzubringen und Vorurteile abzubauen. Ich kann dieses Buch wärmstens jedem empfehlen.