Zurück in die Normalität

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
senfblüte Avatar

Von

Der Roman "Narbenmädchen" von Lilly Bogenberger beschreibt den Kuraufenthalt von Lara, einem 15jährigen Mädchen, welches wegen selbstverletzendem Verhalten hier ist. Schon am Anfang ihres Aufenthalts verletzt sie sich erneut mit einer Rasierklinge und der Leser kann ihr folgen - ihren Ängsten und Zwängen und auch den Gefühlen, die sie dazu bringen sich gezielt selbst zu verletzen.
Die Romanfigur schafft es den Leser emotional zu berühren und natürlich auch zu verwirren, aber auf jeden Fall lässt sie ihn nicht gleichgültig zurück.
Doch was ist das Konzept der Kur? Kann Lara hier wirklich Hilfe finden oder sind es dann doch eher die Gespräche mit den anderen Teilnehmern, die ihr wieder mehr Halt geben?
Das Buch ist teilweise sehr hart und ich habe mich mehrfach ertappt, dass ich beim Lesen die Luft angehalten habe und mir schon ganz schwummerig wurde. Die Triggerwarnung am Anfang ist hier tatsächlich absolut berechtigt.
Mich hat das Buch beeindruckt, weil es einen Blick in eine Welt öffnet, die mit meiner sehr wenig zutun hat. Das war für mich bewegend und erschreckend und natürlich denkt man auch nach dem Lesen weiter darüber nach, aber es bleibt trotzdem ein mir fremdes Schicksal. Wer aber vielleicht ohnehin mit ähnlichen Problemen struggelt, sollte sich genau überlegen, ob er sich auf dieses Buch einlässt.