Layout geht über Funktionalität

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murksy Avatar

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Schaut man den schön aufgemachten Atlas oberflächlich an, liest ein wenig quer und blättert kurz durch, gefällt das Ganze recht gut. Betrachtet man allerdings die Dinge, auf die es bei einem Atlas ankommt, dann zeigen sich die Einschränkungen. Beginnen wir vorne auf dem Cover. dort steht ganz oben das Wort Kids. Die Altersangabe für das Buch beginnt bei acht Jahren. Wer Kinder im Schulalter hat, den Stoff der Klassen kennt, der wird mir zustimmen, das dieser Atlas eher für weiterführende Klassen und ältere Kinder ist. Das Buch enthält viel Text, einiges an Informationen und vor allem schwierige Wörter, mit denen Grundschüler weder lese technisch noch verstandesmäßig zurechtkommen. Urban, konisch, azimutal, Tools, Decoder usw. Die Liste lässt sich fortsetzen. Auch sind die Seiten mit den kleinen Kästchen und der entsprechend kleinen Schrift anstrengend zu lesen. Diese Überfüllung der Seiten führt auch dazu, dass das Wichtigste zu kurz kommt, nämlich die Karten. Diese sind leider nicht seitenfüllend angelegt und oft über die Seitenmitte gedruckt, damit schwer zu lesen. Natürlich ist es nett, diverse Informationen über Land und Leute zu erfahren. Aber die Auswahl dieser Fakten wirkt teilweise sehr wahllos. Gleiches gilt für die Tiere, die ja such auf Cover beworben werden. Es sind sehr wenige Tiere im Buch zu finden. Sinnvoller und nützlicher wäre es gewesen, je Kontinent vier bis fünf Tiere mit einem kleinen Steckbrief vorzustellen. Bei Afrika findet man zum Beispiel das Bild eines Elefanten, die dazugehörigen Fakten kaum vorhanden. Ja, die Fotos sind toll. Aber genauso wahllos und mehr oder minder uninteressant beschrieben. Das Buch bietet auf der einen Seite zu wenig, will auf der anderen Seite zu viel. Vor allem der einleitende Teil ist vermutlich sogar für viele Erwachsene eine Herausforderung. Das Werk ersetzt also keinen Schulatlas und ist für Kids eine Nummer zu anspruchsvoll. Es wurde mehr Wert auf das Layout, als auf die Funktionalität gelegt. Für einen Atlas zu unübersichtlich, für ein Lexikon zu wenig Informationen. Dass am Ende auf Internetadressen verwiesen wird, ohne diese genau zu benennen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich erwarte und will auch von meinen Kindern nicht, dass sie im Grundschulalter im Netz surfen und nach ergänzenden Informationen suchen. Vielleicht sollten bei der nächsten Ausgabe verstärkt Pädagogen am Buch mitarbeiten. Ich hatte bei den Seiten das Gefühl, dass die Gestalter sich darin überbieten wollten, immer noch mehr reinpacken zu wollen.

Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.