Spannend und sehr düster

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
xtian2003 Avatar

Von

Nebelbeute ist ein düsterer und sehr spannender Thriller, der deutlich stärker ist, als ich nach dem Anfang erwartet hätte.
Im Mittelpunkt steht Mila Weiss, die in ein abgelegenes Bergdorf reist, um endlich Johannes Toblach zu stellen, ein Phantom aus ihrer Vergangenheit. Doch kaum ist sie dort, wird eine Leiche gefunden, gefangen in einem Netz aus Seilen. Aus der Jagd wird schnell etwas viel Gefährlicheres.
Besonders stark fand ich die Atmosphäre. Das Dorf, der Wald, der Nebel und dieses ständige Schweigen der Menschen sorgen für eine richtig beklemmende Stimmung. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass dort jeder etwas weiß, aber niemand etwas sagt.
Auch die Spannung funktioniert sehr gut. Als Mila verschwindet und Jakob Krogh mit der Gruppe 4 nach ihr sucht, zieht das Tempo nochmal deutlich an. Der Fall wirkt düster, brutal und persönlich, ohne einfach nur auf Schock zu setzen.
Mila mochte ich hier besonders, weil man mehr von ihrer Vergangenheit und ihren inneren Konflikten spürt. Dadurch bekommt die Geschichte mehr Tiefe als ein reiner Ermittlungsfall.
Der Schreibstil ist flüssig und direkt, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Manche Stellen sind ziemlich hart, passen aber zum Ton des Thrillers.
Insgesamt ein atmosphärischer, spannender und sehr düsterer Fall für die Gruppe 4, der mich deutlich mehr gepackt hat als erwartet.