Ein humorvoller und spannender Kriminalroman

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stefan182 Avatar

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Inhalt: Der Trauerredner Mads Madsen unternimmt mit seiner Hündin Bobby einen nächtlichen Spaziergang an der Glücksburger Ostseeküste, als er eine einsame Frau an einem Steg sieht. Ungutes ahnend, spricht er die Frau an. Und tatsächlich: Kurz nachdem die Frau Mads das Versprechen abgerungen hat, dass dieser ihre 9-jährige Tochter Tilly beschützen soll, springt sie unvermittelt in die Ostsee - und kann nur noch tot geborgen werden. Mads begibt sich auf Spurensuche, versucht die Identität der Frau und Tilly zu ergründen, doch beide scheinen Phantome zu sein…

Persönliche Meinung: “Niemals geht man so ganz” ist ein Kriminalroman von Andreas Izquierdo. Es handelt sich um den zweiten Fall der unkonventionellen Ermittlerfigur Mads Madsen. Da beide Bände in sich abgeschlossen sind, kann man “Niemals geht man so ganz” auch ohne Kenntnis des Vorgängers “Über die Toten nur Gutes” lesen. Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der hauptsächlich in die Perspektive von Mads schlüpft. Mads ist keine klassische Ermittlerfigur: Er ist der Junge von nebenan, das Herz am rechten Fleck, manchmal etwas naiv, der - unverhofft - in kriminelle Machenschaften gezogen wird. Die Handlung von “Niemals geht man so ganz” erinnert an Cozy Crime: Der Fall ist nicht allzu blutig, besitzt aber eine fesselnde Handlungskurve und schöne Wendungen. Für Spannung sorgt dabei insbesondere die Identität der Frau am Steg: Wer ist sie? Und warum begeht sie Suizid, obwohl sie eine junge Tochter zu Hause hat? Wer die Antworten will, muss den Krimi natürlich selbst lesen 🙃 Nur so viel: Es ist verworrener, als Mads zunächst vermutet. Zudem finden sich im Krimi schöne Beschreibungen des Handlungsortes Glücksburg sowie - vor dem Hintergrund des Berufes von Mads - diskursive, kluge Gedanken über Leben und Tod. Für eine stimmige Portion Humor sorgen, wie schon in Band 1, die unberechenbaren Eskapaden von Mads Vater Fridtjof, der sich im vorliegenden Band in den Kopf gesetzt hat, musikalische Erleuchtung in die Nachbarschaft zu bringen - mit messianischem Eifer. Der Schreibstil von Andreas Izquierdo ist anschaulich und sehr angenehm zu lesen. Insgesamt ist “Niemals geht man so ganz” ein spannender wie humorvoller Kriminalroman mit außergewöhnlichen Figuren.