Berührend, poetisch, meisterhaft
Das Cover von Niemands Töchter finde ich wunderschön, und der Inhalt kann mithalten. Judith Hoersch kenne ich aus der ZDF-Serie Lena Lorenz, die ich sehr gerne schaue. Nun habe ich festgestellt, dass sie nicht nur sehr gut schauspielern, sondern genauso gut schreiben kann.
1981: Nach einem tragischen Vorfall flieht Marie, 16, aus ihrem lieblosen Zuhause. In Berlin schlägt sie sich als Reinigungskraft im Krankenhaus durch, an den Wochenenden stürzt sie sich ins Nachtleben. Im angesagten Club Dschungel lernt sie Leonard kennen und lieben. Die beiden eint die Liebe zu Musik und Literatur. Als Marie feststellt, dass sie im sechsten Monat schwanger ist, beschließt sie, das Kind zu gebären und wegzugeben. Leonard weiß nichts von der Schwangerschaft und Maries schicksalhaften Entscheidung.
Gabriele ist Kinderkrankenschwester, ihr Baby ist gestorben, sie ist verzweifelt und versucht, sich durch die Arbeit von ihrer unendlichen Trauer abzulenken. Eines Abends findet sie auf dem Flur der Neugeborenenstation ein schreiendes Neugeborenes. Sie folgt ihrem ersten Impuls, versorgt es fachgerecht und nimmt es mit nach Hause. Am nächsten Tag verlässt sie Berlin und kehrt in ihre Heimat in der Eifel zurück. Ihre Eltern betreiben in Mayen eine Bäckerei und nehmen Gabriele und Baby Alma bei sich auf.
Gabrieles Mutter Hedwig spürt, dass Alma nicht ihre leibliche Enkelin ist. Je älter Alma wird, desto mehr fällt auf, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mit Gabriele hat. Doch Hedwig behält ihre Gedanken für sich und hält stets zu ihrer Tochter und Enkelin.
Isabell ist Maries zweite Tochter. Marie gibt ihr all die Liebe, die sie gerne schon ihrem ersten Kind gegeben hätte. Doch wieder macht ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. "Ich werde dich nie im Stich lassen. Versprochen." Sie wusste nicht, dass man manche Dinge nicht versprechen konnte." (S. 163) Isabell kämpft mit Ängsten und Traumata, ihrem Psychotherapeuten vertraut sie an: "Ich will meine große Liebe nicht verlieren. So wie meine Mutter. Nicht an meinem Leben vorbeileben wie meine Mutter." (S. 264)
Niemands Töchter ist eine ergreifende Geschichte über Mütter und Töchter und ihre Beziehung zueinander. Maries Schicksal hat mich sehr berührt, ich hätte ihr mehr Glück und Zeit mit ihren Töchtern gewünscht. Mit Alma bin ich überhaupt nicht warm geworden, sie kam mir sehr kaltherzig vor. Wie konnte sie den Kontakt zu der Frau abbrechen, die ihr das Leben ermöglicht hatte, das sich auch Marie für sich und ihre Tochter gewünscht hätte?
Meine Lieblingscharaktere sind neben Marie Oma Hedwig und Opa Jupp. Sie leben für ihre Bäckerei, ihr eigenes Wohl ist für sie zweitrangig, wichtig ist ihnen, dass es ihrer Tochter und Enkelin gut geht. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten erfüllen sie Alma jeden Wunsch.
Auch Leonard war mir sehr sympathisch. Genau wie Tom, Isabells große Liebe, taucht Leonard im Zeitraum zwischen 1981 und 2020 immer wieder auf, ihm verdanken wir das Ende, bei dem kaum ein Auge trocken bleibt.
Das Buch ist mein erstes Jahreshighlight. Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch, ich habe mir einige Stellen markiert, so auch diese: "Das ist Liebe. Dass wir den anderen Fehler zugestehen und dass wir sie auch dafür lieben." (S. 368)
Den Roman empfehle ich allen Müttern und Töchtern, denn die Liebe zur Mutter ist die erste Liebe von uns allen, das sollten wir nie vergessen.
1981: Nach einem tragischen Vorfall flieht Marie, 16, aus ihrem lieblosen Zuhause. In Berlin schlägt sie sich als Reinigungskraft im Krankenhaus durch, an den Wochenenden stürzt sie sich ins Nachtleben. Im angesagten Club Dschungel lernt sie Leonard kennen und lieben. Die beiden eint die Liebe zu Musik und Literatur. Als Marie feststellt, dass sie im sechsten Monat schwanger ist, beschließt sie, das Kind zu gebären und wegzugeben. Leonard weiß nichts von der Schwangerschaft und Maries schicksalhaften Entscheidung.
Gabriele ist Kinderkrankenschwester, ihr Baby ist gestorben, sie ist verzweifelt und versucht, sich durch die Arbeit von ihrer unendlichen Trauer abzulenken. Eines Abends findet sie auf dem Flur der Neugeborenenstation ein schreiendes Neugeborenes. Sie folgt ihrem ersten Impuls, versorgt es fachgerecht und nimmt es mit nach Hause. Am nächsten Tag verlässt sie Berlin und kehrt in ihre Heimat in der Eifel zurück. Ihre Eltern betreiben in Mayen eine Bäckerei und nehmen Gabriele und Baby Alma bei sich auf.
Gabrieles Mutter Hedwig spürt, dass Alma nicht ihre leibliche Enkelin ist. Je älter Alma wird, desto mehr fällt auf, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mit Gabriele hat. Doch Hedwig behält ihre Gedanken für sich und hält stets zu ihrer Tochter und Enkelin.
Isabell ist Maries zweite Tochter. Marie gibt ihr all die Liebe, die sie gerne schon ihrem ersten Kind gegeben hätte. Doch wieder macht ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. "Ich werde dich nie im Stich lassen. Versprochen." Sie wusste nicht, dass man manche Dinge nicht versprechen konnte." (S. 163) Isabell kämpft mit Ängsten und Traumata, ihrem Psychotherapeuten vertraut sie an: "Ich will meine große Liebe nicht verlieren. So wie meine Mutter. Nicht an meinem Leben vorbeileben wie meine Mutter." (S. 264)
Niemands Töchter ist eine ergreifende Geschichte über Mütter und Töchter und ihre Beziehung zueinander. Maries Schicksal hat mich sehr berührt, ich hätte ihr mehr Glück und Zeit mit ihren Töchtern gewünscht. Mit Alma bin ich überhaupt nicht warm geworden, sie kam mir sehr kaltherzig vor. Wie konnte sie den Kontakt zu der Frau abbrechen, die ihr das Leben ermöglicht hatte, das sich auch Marie für sich und ihre Tochter gewünscht hätte?
Meine Lieblingscharaktere sind neben Marie Oma Hedwig und Opa Jupp. Sie leben für ihre Bäckerei, ihr eigenes Wohl ist für sie zweitrangig, wichtig ist ihnen, dass es ihrer Tochter und Enkelin gut geht. Trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten erfüllen sie Alma jeden Wunsch.
Auch Leonard war mir sehr sympathisch. Genau wie Tom, Isabells große Liebe, taucht Leonard im Zeitraum zwischen 1981 und 2020 immer wieder auf, ihm verdanken wir das Ende, bei dem kaum ein Auge trocken bleibt.
Das Buch ist mein erstes Jahreshighlight. Der Schreibstil der Autorin ist sehr poetisch, ich habe mir einige Stellen markiert, so auch diese: "Das ist Liebe. Dass wir den anderen Fehler zugestehen und dass wir sie auch dafür lieben." (S. 368)
Den Roman empfehle ich allen Müttern und Töchtern, denn die Liebe zur Mutter ist die erste Liebe von uns allen, das sollten wir nie vergessen.