Berührend, ruhig und nachdenklich!

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wickyliest Avatar

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Niemands Töchter erzählt leise, eindringliche Frauenschicksale und hat mich auf eine ruhige, nachdenkliche Art sehr berührt. Im Mittelpunkt stehen mehrere Frauen und ihre Rollen als Töchter und Mütter – verbunden durch Herkunft, Verlust, Schweigen und das, was unausgesprochen bleibt.

Der Roman wechselt zwischen verschiedenen Protagonistinnen und Zeitebenen. Das ist grundsätzlich stimmig umgesetzt, kann aber auch fordernd sein, da viele Namen, Lebenswege und Informationen zusammenkommen. Für Leser*innen, die klare, lineare Erzählungen bevorzugen, ist das Buch daher vielleicht nicht ideal. Da es jedoch kein Krimi oder Thriller ist, empfand ich diese Vielschichtigkeit insgesamt als gut aushaltbar.

Besonders gefallen hat mir der ruhige, angenehme Schreibstil. Die Autorin nimmt sich Zeit für Gefühle, innere Konflikte und die leisen Brüche im Leben ihrer Figuren. Es geht weniger um äußere Spannung als um emotionale Tiefe und um die Frage, wie sehr Herkunft und familiäre Prägung unser Leben beeinflussen.

Ein sensibles, nachdenkliches Buch über Frauen, Beziehungen und das Weiterwirken der Vergangenheit. Für mich ein sehr lesenswerter Roman, auch wenn ich mir stellenweise etwas weniger Figuren gewünscht hätte.