Beziehungsgeflecht

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
obilot Avatar

Von

„Niemand Töchter“ erzählt die Geschichte zweier Töchter und zweier Mütter. Alle Frauen hadern dabei mit ihrer jeweiligen Mutter bzw. Tochter.

Wie die einzelnen Personen miteinander in Beziehung stehen wird erst mit der Zeit ersichtlich. Aufgrund dessen ist es nicht ganz einfach sich am Anfang des Buches zurechtzufinden. Erst um die Seite 120 wurde mir das Beziehungsgeflecht der vier Frauen sowie der beiden Väter, die am Rande der Handlung auch von Bedeutung sind, vollkommen klar. Daraus ergibt sich auch eine Überraschung.

Der Roman ist in einer einfachen Sprache geschrieben, so dass sich der Roman schnell und leicht lesen lässt. Die Autorin versteht es die verborgenen Gefühlsregungen der Personen einfühlsam zu beschreiben. Die Atmosphäre des Romans ist überwiegend bedrückend und melancholisch. Als erheiternde Einlage empfand ich die selbstbewusste Alma als Kind. Die nicht nur ihren Familienmitgliedern, sondern auch dem Pfarrer provokante Fragen stellt. Trotz oder gerade aufgrund der kindlichen Naivität treffen diese den Nagel jedoch auf den Kopf.

Unnötig fand ich die lange Unklarheit wie die Personen in Beziehung zueinanderstehen, schließlich handelt es sich ja nicht um einen Krimi und aus meiner Sicht verleiht es der Handlung auch keinen Mehrwert. Als Leser kann man sich aufgrund dieses Umstands zu Beginn schlecht in die Handlung hineinversetzen. Statt dem Rätselraten um das Beziehungsgeflecht hatte die Autorin vielleicht noch mehr auf die Gefühlswelt der handelnden Personen eingehen können. Vor allem die spezielle Beziehung von Marie zu Alma finde ich zu Beginn des Romanes deutlich unterbelichtet.