Emotionale Abgründe

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Alma ist rastlos. Der Kontakt zu der Frau, die sie jahrelang "Mama" genannt hat, ist abgebrochen. Die Geburtstagswünsche unterschreibt sie jetzt nur noch mit "Gabriele". Isabell hat dagegen Probleme sich in ihrer Mutterrolle für ihre kleine Tochter einzufinden. Viel zu oft überkommt sie diese Schwermut, die sie dann tagelang ans Bett fesselt. Doch nun kann sie sich endlich überwinden die Fotos aus dem Nachlass ihrer verstorbenen Mutter Marie zu sichten und stößt dabei auf ein Geheimnis.

Über Mutter-Tochter-Beziehungen gibt es unzählige Bücher. Aber bisher habe ich keines, das derart unter die Oberfläche geht und in emotionale Abgründe schaut. Jede der vier Frauen hat ihre nachvollziehbaren Probleme aus meist mütterlicher und töchterlicher Sicht. Es wird zwar immer wieder nach Gründen für Verhaltensweisen gesucht, aber wie ich finde bewusst auf Schuldzuweisungen verzichtet. Die Entwicklung der Persönlichkeiten über die beschriebenen vier Jahrzehnte hat mir besonders gut gefallen. Während zwischendurch die Spannung manchmal etwas locker gelassen hat, nimmt die Geschichte zum Ende hin aber durchaus wieder Fahrt auf und bietet die Auflösung, die man etwa aber der Hälfte des Buches schon erahnen konnte.