Geht unter die Haut
Mit "Niemands Töchter" liegt das neuste Buch der Autorin Judith Hoersch vor, das so zentrale Themen wie die Suche nach der eigenen Herkunft, den Aufbau einer stabilen Identität und das Brechen des Schweigens behandelt. Im Mittelpunkt stehen vier Frauengestalten, deren jeweilige Lebenswege sehr eng mit einander verbunden sind. Eine Mutter, die aufgrund familiär-gesellschaftlichen Drucks ihr Kind abgibt, eine Kinderkrankenschwester, die ein Kind bei sich aufnimmt und die beiden Töchter Alma und Isabell, die sich herausgefordert sehen, das Schweigen ihrer Familien über ihre Herkunft zu brechen und ihr eigenes Glück zu finden. Die vier Geschichten werden sehr berührend und voller Empathie und Liebe erzählt, so dass es nicht schwer fällt, sich mit den Protagonist*innen zu verbinden, mitzufiebern und sich auch selbst Fragen zu Schweigen in der eigenen Familie zu stellen. Das Hörbuch hat eine Dauer von ca. 12 Stunden und wird von der Autorin selbst eingesprochen, was die Verbindung zum Buch noch weiter verstärkt. Von meiner Seite her eine klare Empfehlung.