Hat mir gefallen!

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yvonnelesenundso Avatar

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„Niemandstöchter“ ist ein leiser, atmosphärischer Roman über Herkunft, Identität und die unsichtbaren Fäden zwischen Müttern und Töchtern. Judith Hoersch erzählt sensibel und bildhaft von zwei Frauen, deren Lebenslinien sich über Jahrzehnte hinweg berühren. Besonders gelungen ist die melancholische Grundstimmung, die sich wie ein feiner Schleier über die Geschichte legt, zwischen Eifel, Berlin, Polaroids und unausgesprochenen Wahrheiten.

Mir hat das Buch gut gefallen, vor allem wegen seiner emotionalen Wärme und der schönen Sprache. Die Themen sind zeitlos und berührend, und viele Szenen wirken lange nach. Gleichzeitig hätte ich mir stellenweise etwas mehr Tiefgang gewünscht, mehr Mut zu Brüchen, mehr innere Reibung.

Insgesamt ein lesenswertes Debüt: gefühlvoll, ruhig und mit einer starken Grundidee, das emotional berührt, auch wenn es nicht immer bis in die letzte Tiefe geht.