„Jeder hat Geheimnisse, stimmt‘s?“

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strohhaken Avatar

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In „Niemands Töchter“ geht es um Mutter-Tochter-Beziehungen. Im Mittelpunkt stehen Marie, Gabriele, Isabell und Alma. Alle sind Töchter. Aber sind sie auch Mütter?
Die Lebensgeschichten der vier Frauen lernt man in einem Zeitraum von 40 Jahren kennen. Die Geschichten spielen sich überwiegend in Berlin und in der Eifel ab. In Zeitsprüngen wechselt die Handlung ständig zwischen den Personen und Orten. Es geht um Liebe und Verlust, Familie, Beziehungen und Identität. Ob und welche Zusammenhänge es gibt, wird langsam und durchaus spannend erzählt.

Auf beeindruckende Weise wird das Glück des Mutterseins herausgearbeitet. Es geht aber auch um die Herausforderungen, Überforderungen, Geheimnisse und Ängste. Es hat mich beeindruckt, wie durch einen Perspektivenwechsel die getroffenen Entscheidungen plötzlich nachvollziehbar wurden. Polaroid-Bilder spielen in der Geschichte eine wichtige Rolle. Beim Lesen wurde mir erst bewusst, wie unverfälscht und einzigartig sie sind.

Der zeitliche Sprung ins West-Berlin der 80er Jahre war toll. Marie hat mich in den Dschungel mitgenommen und dabei meine Erinnerungen an die Zeit wachgerüttelt. Schön war‘s.

Wer einen Roman sucht, der berührt und bewegt, kommt an diesem Buch nicht vorbei.