Mutterliebe
Die bekannte Schauspielerin Judith Hoersch hat mit “Niemands Töchter” ihren Debütroman vorgelegt. Das stilvolle Hardcover zeigt eine junge Frau- eine Tochter oder doch eine Mutter- mit Sonnenblumen, die aber nur die Hälfte ihres Gesichts bedecken, denn Freude und Schmerz liegen in diesem Roman ganz eng zusammen.
Im ersten Drittel der Erzählung wird spotlightartig das Schicksal von vier Frauen beleuchtet. Immer wieder gibt es Zeitsprünge und Rückblenden, so dass die Lesenden in diesem Abschnitt dem Buch die Aufmerksamkeit widmen müssen, die es zweifellos verdient.
Marie ist einem lieblosen Elternhaus nach Berlin entflohen, bringt sich als Putzfrau in einem Krankenhaus durch. Dort beobachtet sie eine freundliche und liebevolle Säuglingsschwester, Gabriele. Marie fasst einen Plan, in dem Gabriele eine wesentliche Rolle spielen wird, denn Marie ist ungewollt schwanger.
Gabriele hat ein Kind verloren, ihre Ehe ist gescheitert. Doch bietet sich ihr eine Chance, die ihr Hoffnung gibt. Aber nicht in Berlin. Sie kehrt in ihr Elternhaus, eine Bäckerei, zurück und zieht dort Alma mit aller Liebe auf, die sie aufbringen kann. Doch liegt zwischen ihnen immer eine gewisse Distanz, denn Alma ist ein hoch intelligentes, aber schwieriges Kind. Und Alma wird Gabriele verlassen, denn die Wahrheit kommt immer an die Oberfläche.
Isabell ist Tänzerin, die ihre Karriere wegen ihres Lampenfiebers beendet hat, aus ihrer Vergangenheit leidet sie an starken Verlustängsten, die sie auf ihre Tochter und in ihre Ehe überträgt. Trost findet Isabell beim Betrachten der Polaroid Fotos, die ihre bereits vor Jahren verstorbene Mutter gemacht hat.
Zwischen diesen vier Frauen bestehen unerschütterliche, aber schmerzhafte Verbindungen, gelebte Leben, die einander berühren und doch so weit von einander entfernt sind. Erst im zweiten Drittel des Buches zeichnet der Roman größere Bögen und es fällt leichter, die Absichten der Protagonistinnen, ihr Glück und ihr Scheitern nachzuvollziehen. Judith Hoersch gelingt es meisterhaft, auf die Narben kaum verheilter Wunden zu zeigen und zu beschreiben, dass man sowohl Trauer als auch Heilung die Zeit geben muss, die sie brauchen. Die Lesenden werden vielleicht in manchen dieser familiären Konstellationen und Beziehungen auch Bruchstücke ihres eigenen Lebens erkennen und verstehen, wieso es diesem Roman gelingt, so tief zu berühren.
Judith Hoersch gibt ihrem Buch einen versöhnlichen Schluss, die Sehnsucht nach Mutterliebe überwindet auch tiefe Gräben, die die Vergangenheit aufgerissen hat. Wenn kein Verstehen möglich ist, so kann doch Verzeihen Heilung bringen. “Niemands Töchter” ist ein feinfühlig geschriebener, tiefgründiger Roman, der durch erzählerisches Können die Lesenden mitnimmt, in das Schicksal dieser vier Frauen einzutauchen und mitzufühlen. Daher gebe ich eine absolute Leseempfehlung für diesen so eindrucksvollen und wirkmächtigen Roman.
Im ersten Drittel der Erzählung wird spotlightartig das Schicksal von vier Frauen beleuchtet. Immer wieder gibt es Zeitsprünge und Rückblenden, so dass die Lesenden in diesem Abschnitt dem Buch die Aufmerksamkeit widmen müssen, die es zweifellos verdient.
Marie ist einem lieblosen Elternhaus nach Berlin entflohen, bringt sich als Putzfrau in einem Krankenhaus durch. Dort beobachtet sie eine freundliche und liebevolle Säuglingsschwester, Gabriele. Marie fasst einen Plan, in dem Gabriele eine wesentliche Rolle spielen wird, denn Marie ist ungewollt schwanger.
Gabriele hat ein Kind verloren, ihre Ehe ist gescheitert. Doch bietet sich ihr eine Chance, die ihr Hoffnung gibt. Aber nicht in Berlin. Sie kehrt in ihr Elternhaus, eine Bäckerei, zurück und zieht dort Alma mit aller Liebe auf, die sie aufbringen kann. Doch liegt zwischen ihnen immer eine gewisse Distanz, denn Alma ist ein hoch intelligentes, aber schwieriges Kind. Und Alma wird Gabriele verlassen, denn die Wahrheit kommt immer an die Oberfläche.
Isabell ist Tänzerin, die ihre Karriere wegen ihres Lampenfiebers beendet hat, aus ihrer Vergangenheit leidet sie an starken Verlustängsten, die sie auf ihre Tochter und in ihre Ehe überträgt. Trost findet Isabell beim Betrachten der Polaroid Fotos, die ihre bereits vor Jahren verstorbene Mutter gemacht hat.
Zwischen diesen vier Frauen bestehen unerschütterliche, aber schmerzhafte Verbindungen, gelebte Leben, die einander berühren und doch so weit von einander entfernt sind. Erst im zweiten Drittel des Buches zeichnet der Roman größere Bögen und es fällt leichter, die Absichten der Protagonistinnen, ihr Glück und ihr Scheitern nachzuvollziehen. Judith Hoersch gelingt es meisterhaft, auf die Narben kaum verheilter Wunden zu zeigen und zu beschreiben, dass man sowohl Trauer als auch Heilung die Zeit geben muss, die sie brauchen. Die Lesenden werden vielleicht in manchen dieser familiären Konstellationen und Beziehungen auch Bruchstücke ihres eigenen Lebens erkennen und verstehen, wieso es diesem Roman gelingt, so tief zu berühren.
Judith Hoersch gibt ihrem Buch einen versöhnlichen Schluss, die Sehnsucht nach Mutterliebe überwindet auch tiefe Gräben, die die Vergangenheit aufgerissen hat. Wenn kein Verstehen möglich ist, so kann doch Verzeihen Heilung bringen. “Niemands Töchter” ist ein feinfühlig geschriebener, tiefgründiger Roman, der durch erzählerisches Können die Lesenden mitnimmt, in das Schicksal dieser vier Frauen einzutauchen und mitzufühlen. Daher gebe ich eine absolute Leseempfehlung für diesen so eindrucksvollen und wirkmächtigen Roman.