„Niemandes Töchter“ – ein intensiver Blick auf Mutterschaft und weibliche Lebenswege

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apfelmaus Avatar

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Judith Hoersch gelingt mit „Niemandes Töchter“ ein beeindruckender Roman, in dem die Mutterschaft und die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern im Mittelpunkt stehen. Über vier Frauen und verschiedene Zeitebenen hinweg wird gezeigt, wie Entscheidungen von Müttern das Leben ihrer Töchter langfristig prägen können. Besonders stark empfand ich die Darstellung von Verantwortung, Schutzinstinkt und dem Versuch, das Richtige zu tun – gerade auch in der 1980er-Jahre-Zeit, in der gesellschaftliche Erwartungen an Frauen besonders spürbar sind.

Die Perspektivwechsel sind klar strukturiert und gut nachvollziehbar, sodass man sich in jede Figur und jede Zeit gut hineinversetzen kann. Der Schreibstil ist ruhig, intensiv und emotional dicht, wodurch man sofort in die Lebenswelten der Protagonistinnen eintaucht. Es entsteht eine Sogwirkung, die das Hören oder Lesen zu einem mitreißenden Erlebnis macht. Ich konnte die Geschichten kaum aus der Hand legen und war sehr gespannt, wie sich die Lebenswege der Frauen verbinden.

„Niemandes Töchter“ beleuchtet Mutterschaft nicht romantisiert, sondern vielschichtig – mit allen Herausforderungen, Freuden und Konsequenzen. Ein Roman, der lange nachhallt, berührt und zum Nachdenken anregt. Ich freue mich schon sehr auf weitere Werke von Judith Hoersch und kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.