Starke Frauen, stille Geheimnisse
Niemands Töchter war mein erstes Buch in diesem Jahr und ganz unverhofft direkt ein wahres Lesehighlight :)
Judith Hoersch erzählt in ihrem Debütroman die Geschichten von vier Frauen, deren Leben auf unterschiedliche Weise miteinander verwoben sind. Wir begleiten Gabriele, die sich nach mehreren Fehlgeburten Anfang der 80er Jahre in Berlin nichts sehnlicher wünscht, als endlich Mutter zu werden; später Alma, ihre Tochter, die sich in ihrer Familie stets ein wenig fremd vorkommt; Marie, die ihre erste große Liebe erlebt, jedoch durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn gerissen wird; und später Isabell, Maries Tochter, die als Erwachsene selbst Mutter ist und sich in der Welt etwas verloren fühlt, gequält von der ständigen Sorge um ihr eigenes Kind.
Der Roman taucht tief in die Komplexität der Mutter-Kind-Beziehungen ein, erzählt von Geheimnissen, Identitätssuche und den Unsicherheiten, die in Familien oft unausgesprochen bleiben. Besonders gefällt mir, wie sich im Laufe der Handlung immer mehr Zusammenhänge zwischen den einzelnen Frauen zeigen. Anfangs wirkten die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen auf mich etwas verwirrend. So hatte ich stellenweise das Gefühl, etwas Wichtiges überlesen zu haben. Doch mit jeder weiteren Seite fügen sich die Puzzleteile zusammen. Dieses langsame Offenbaren ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen.
Die kurzen Kapitel aus den unterschiedlichen Blickwinkeln sorgen außerdem dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch die Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind schön umgesetzt: Erinnerungen werden organisch eingebunden und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Besonders gefreut hat mich die Playlist am Ende des Romans – leider habe ich sie erst spät entdeckt. Sonst hätte ich die Lieder schon viel früher leise im Hintergrund laufen lassen, denn sie hätten die Stimmung der Geschichte sicher wunderbar ergänzt.
Fazit: Ein feinfühliger, eindringlicher Roman über vier Frauen, ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und das Band, das sie verbindet. Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit Tiefgang, emotionaler Entwicklung und nahbaren, sympathischen Charakteren lieben.
Judith Hoersch erzählt in ihrem Debütroman die Geschichten von vier Frauen, deren Leben auf unterschiedliche Weise miteinander verwoben sind. Wir begleiten Gabriele, die sich nach mehreren Fehlgeburten Anfang der 80er Jahre in Berlin nichts sehnlicher wünscht, als endlich Mutter zu werden; später Alma, ihre Tochter, die sich in ihrer Familie stets ein wenig fremd vorkommt; Marie, die ihre erste große Liebe erlebt, jedoch durch einen Schicksalsschlag aus der Bahn gerissen wird; und später Isabell, Maries Tochter, die als Erwachsene selbst Mutter ist und sich in der Welt etwas verloren fühlt, gequält von der ständigen Sorge um ihr eigenes Kind.
Der Roman taucht tief in die Komplexität der Mutter-Kind-Beziehungen ein, erzählt von Geheimnissen, Identitätssuche und den Unsicherheiten, die in Familien oft unausgesprochen bleiben. Besonders gefällt mir, wie sich im Laufe der Handlung immer mehr Zusammenhänge zwischen den einzelnen Frauen zeigen. Anfangs wirkten die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen auf mich etwas verwirrend. So hatte ich stellenweise das Gefühl, etwas Wichtiges überlesen zu haben. Doch mit jeder weiteren Seite fügen sich die Puzzleteile zusammen. Dieses langsame Offenbaren ist der Autorin wirklich sehr gut gelungen.
Die kurzen Kapitel aus den unterschiedlichen Blickwinkeln sorgen außerdem dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Auch die Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind schön umgesetzt: Erinnerungen werden organisch eingebunden und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Besonders gefreut hat mich die Playlist am Ende des Romans – leider habe ich sie erst spät entdeckt. Sonst hätte ich die Lieder schon viel früher leise im Hintergrund laufen lassen, denn sie hätten die Stimmung der Geschichte sicher wunderbar ergänzt.
Fazit: Ein feinfühliger, eindringlicher Roman über vier Frauen, ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und das Band, das sie verbindet. Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit Tiefgang, emotionaler Entwicklung und nahbaren, sympathischen Charakteren lieben.