Tief beeindruckend

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steffif Avatar

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Ich durfte Niemands Töchter von Judith Hoersch Vorablesen. Eins vorweg: ich glaube jetzt schon, dass es ein Lesehighlight des Jahres für mich war.

Worum geht es?
Julia Hoersch verwebt das Leben von vier Frauen miteinander. In einer Zeitspanne von 1980 bis 2020 erleben wir die Biografien. Im Endeffekt tragische Biografien.

Das Cover
Mein Herz blutet, weil der Name der Autorin und der Titel oben und unten abgeschnitten sind, beziehungsweise keinen Raum zum atmen bekommen. Auch das Portrait plus Sonnenblume wirkt beliebig und hätte jeden Frauenroman schmücken können. Mir fehlt da der Bezug zum Buch. Sehr schade!

Der Schreibstil
Das Buch liest sich sehr flüssig. Es hat 367 Seiten und ich war nicht eine einzige Seite gelangweilt. Julia Hoersch gelingt es mit ihrem dichten und tiefen Erzählstil, dass man in die Geschichte eintaucht. Mitfiebert, mitleidet, mit weint, mit wütet. Ja, es ist ein sehr emotionales Buch. Es geht um Schuld, Vergebung, Vererbung, Prägung, Liebe, Lebensläufe die anders sind, als erhofft...

Was mich besonders beeindruckt hat
Im Endeffekt ist es ein wirklich tragisches Buch mit schwerem Stoff, was trotzdem nie ins depressive verfällt und am Ende sogar Hoffnung weckt, verpasste Dinge noch aufzuholen. Es taugt definitiv als Filmmaterial.

Meine Kritik
Das Ende des Buches wirkt ein wenig, als wollte die Autorin schnell zum Ende kommen.
Auch die häufigen Zeit- und Figurensprünge machen das Buch (bis man sich eingelesen hat) zu Beginn etwas schwerer lesbar.

Meine Bewertung
Ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben! Es hat mich unheimlich berührt und bis ins Innerste erschüttert. Ich gebe dem Buch eine absolute Leseempfehlung und volle 5 von 5 Sterne.