Vier weibliche Lebenswege
Alma ist eine alleinstehend und eine erfolgreiche Programmdirektorin, die sich nun jedoch in einer Sinnkrise befindet. Die ehemalige Balletttänzerin Isabell hadert hingegen mit ihrer Rolle, seitdem sie Mutter geworden ist. Auch Almas Mutter Gabriele und Marie, die ebenfalls einer älteren Generation angehört, waren lange auf der Suche nach ihrem Platz im Leben…
„Niemands Töchter“ ist der Debütroman von Judith Hoersch.
Nach dem einleitenden Prolog setzt sich der Roman aus mehr als 70 kurzen Kapiteln zusammen. Die Handlung spielt hauptsächlich in Berlin und in der Osteifel. Sie umfasst den Zeitraum von Juni 1981 bis März 2020, also fast vier Jahrzehnte. Dabei gibt es immer wieder Zeitsprünge nach vorne und zurück, sodass sich die Chronologie der Ereignisse nur stückweise entfaltet.
Zudem wird im Wechsel aus verschiedenen Perspektiven erzählt: der von Marie, Gabriele, Isabell und Alma. Diese Struktur ist gewollt komplex und nicht sofort durchschaubar. Es hält einerseits die Spannung lange aufrecht, ist andererseits zu Beginn jedoch verwirrend.
Die vier Frauen sind die zentralen Figuren des Romans. Ihre Beziehungen und Verflechtungen werden nicht sofort ersichtlich. Die Charaktere sind interessant ausgestaltet und werden größtenteils stimmig gezeichnet.
Der Roman beleuchtet insbesondere das Mutter-Tochter-Thematik und deren Facetten, wobei der Aspekt der Mutterschaft dominiert. Dabei geht es aber auch darum, wie sich (Familien-)Geheimnisse auswirken. Die Geschichte befasst sich zudem mit der Suche nach der eigenen Identität und Herkunft.
Auf den etwas mehr als 370 Seiten ist der Roman überwiegend unterhaltsam und fesselnd. Als berührend habe ich die schicksalhaften Wendungen empfunden, die allerdings zum Teil Traumapotenzial beinhalten und triggern können.
Die Sprache ist anschaulich und angemessen. Die dialektalen Einschübe haben mir gut gefallen. Sie sind authentisch und werden maßvoll eingesetzt.
Die im Titel enthaltene Sprachspielerei erschließt sich nicht auf Anhieb. Die ungewöhnliche und etwas merkwürdige Formulierung passt aus inhaltlicher Sicht allerdings schon.
Mein Fazit:
„Niemands Töchter“ von Judith Hoersch ist ein lesenswertes Debüt, sowohl inhaltlich als auch strukturell überraschend komplex ist.
„Niemands Töchter“ ist der Debütroman von Judith Hoersch.
Nach dem einleitenden Prolog setzt sich der Roman aus mehr als 70 kurzen Kapiteln zusammen. Die Handlung spielt hauptsächlich in Berlin und in der Osteifel. Sie umfasst den Zeitraum von Juni 1981 bis März 2020, also fast vier Jahrzehnte. Dabei gibt es immer wieder Zeitsprünge nach vorne und zurück, sodass sich die Chronologie der Ereignisse nur stückweise entfaltet.
Zudem wird im Wechsel aus verschiedenen Perspektiven erzählt: der von Marie, Gabriele, Isabell und Alma. Diese Struktur ist gewollt komplex und nicht sofort durchschaubar. Es hält einerseits die Spannung lange aufrecht, ist andererseits zu Beginn jedoch verwirrend.
Die vier Frauen sind die zentralen Figuren des Romans. Ihre Beziehungen und Verflechtungen werden nicht sofort ersichtlich. Die Charaktere sind interessant ausgestaltet und werden größtenteils stimmig gezeichnet.
Der Roman beleuchtet insbesondere das Mutter-Tochter-Thematik und deren Facetten, wobei der Aspekt der Mutterschaft dominiert. Dabei geht es aber auch darum, wie sich (Familien-)Geheimnisse auswirken. Die Geschichte befasst sich zudem mit der Suche nach der eigenen Identität und Herkunft.
Auf den etwas mehr als 370 Seiten ist der Roman überwiegend unterhaltsam und fesselnd. Als berührend habe ich die schicksalhaften Wendungen empfunden, die allerdings zum Teil Traumapotenzial beinhalten und triggern können.
Die Sprache ist anschaulich und angemessen. Die dialektalen Einschübe haben mir gut gefallen. Sie sind authentisch und werden maßvoll eingesetzt.
Die im Titel enthaltene Sprachspielerei erschließt sich nicht auf Anhieb. Die ungewöhnliche und etwas merkwürdige Formulierung passt aus inhaltlicher Sicht allerdings schon.
Mein Fazit:
„Niemands Töchter“ von Judith Hoersch ist ein lesenswertes Debüt, sowohl inhaltlich als auch strukturell überraschend komplex ist.