Was uns prägt und verbindet

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violaktr Avatar

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Niemands Töchter ist ein Roman, der mich von den ersten Seiten an gefesselt hat. Im Zentrum stehen mehrere Frauen und ihre Lebenswege, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden. Thematisch bewegt sich der Roman rund um das Tochtersein und Muttersein, um Verlust, unerfüllte Wünsche, Geheimnisse und Wahrheiten, die ein Leben prägen. Besonders eindrucksvoll ist, wie die Autorin Alltags- und Lebenssituationen beschreibt, die man selbst vielleicht noch nicht erlebt hat, die aber dennoch unmittelbar verständlich und berührend wirken. Die Geschichte regt immer wieder zum Nachdenken und Reflektieren an, gerade weil sie existenzielle Fragen stellt, ohne einfache Antworten zu liefern.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, ruhig und zugleich eindringlich. Durch die gezielt eingesetzten Zeitsprünge taucht man tief in die einzelnen Lebensgeschichten ein und hat das Gefühl, die Erfahrungen der Frauen mitzuleben. Kleine, fast beiläufige Details schaffen dabei feine Verbindungen zwischen den Figuren und verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe.
Die Figuren wirken durchweg authentisch und vielschichtig. Ihre Gedanken, Zweifel und Entscheidungen sind nachvollziehbar dargestellt, wodurch Nähe entsteht, selbst wenn ihre Lebensrealitäten weit von der eigenen entfernt sind. Gerade dieser Perspektivwechsel macht das Buch für mich besonders interessant.
Insgesamt ist Niemands Töchter ein emotionaler, mitfühlender und zugleich spannender Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich würde das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen, insbesondere Frauen, da viele Themen eine besondere Resonanz entfalten. Ein stilles, starkes Buch, das lange nachwirkt.