Hält nicht, was es verspricht
Der schlauste Satz in diesem Buch?
„Schluss jetzt! […] Ihr führt euch auf wie zwei kleine Kinder.“
Danke, Killian, dass du damit meine Gedanken so gut zusammenfasst.
Denn wie anstrengend können Hauptcharaktere bitte sein?
Aster ist unglaublich nervig. Alles was sie antreibt ist Rache und blinder Hass. Liebe Autorin: das sind keine sympathischen, nachfühlbaren Motivationen für die Hauptfigur. Vor allem weil ihr Hass so unglaublich lächerlich ist. Auf der einen Seite beschließt sie, eine gewisse Person zu töten, weil sie sich spontan überlegt hat, dass diese Person für all ihr Leid verantwortlich ist. Wenige Seiten später führt sie die erste Unterhaltung mit der Person — statt Mordlust fühlt sie nun doch eher Erregung.
Und da wären wir bei dem nächsten Problem. Die Autorin scheint in dem Narrativ zu leben, dass Mädchen und Jungen keine platonischen Freunde sein können. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Aster bei jedem männlichen Wesen sofort ein warmes Gefühl/Kribbeln/Blablabla empfindet. Kurz dachte ich, dass die Autorin uns damit andeuten will, dass Aster sich doch für jemand anderen als Will entscheidet. Doch da wurde ich (wieder einmal) enttäuscht.
Dabei wäre sie meiner beschiedenen Meinung nach mit Titus ein klein wenig besser dran. Was sie in Will sieht kann ich nämlich nicht nachvollziehen. Er lügt, er verheimlicht ihr Dinge und — was ich unverzeihlich finde — er lässt sie den Standesunterschied deutlich spüren.
Das Buch wurde mit gleich mehreren falschen Versprechungen vermarktet.
Einmal wurde hier eine Liebesgeschichte groß angepriesen. Doch die findet eher nebensächlich statt und, wie ich finde, auch recht oberflächlich. Es gibt keine tief schürfenden Momenten, die uns Lesenden die Verbindung der beiden näher bringt.
Dann ist da noch die Sache mit den Piraten. Was bitte ist das denn für ein Witz gewesen? Wir befanden uns insgesamt für vielleicht 30 Seiten auf See und das war’s dann schon wieder. Wer hier auf mehr Piraten-Vibes gehofft hat, wird bitter enttäuscht. Denn die stolze Piraten-Familie, die sich ja von nichts und niemanden bezwingen lässt, wird über Nacht nahezu widerstandslos zu Bediensteten (Kinderarbeit inklusive).
Übrigens auch sehr interessant: ständig tauchen irgendwelche abgetrennten Körperteile und Leichen auf, aber niemand macht sich die Mühe, dem mal auf den Grund zu gehen. Warum auch?
Die Handlung war für mich gemischt. Vieles war wirr und das magische System hat mich nicht vollends überzeugt. Aber es gab durchaus spannende Höhepunkte. Am Ende hatte ich dann auch endlich ganz kurz nicht mehr das Gefühl, mich durch das Buch kämpfen zu müssen. Hier spreche ich übrigens nicht von den ganz letzten Szenen (das war mir zu abgefahren), sondern von dem, was davor im Wald passiert ist.
Zum Schluss möchte ich meine recht harsche Kritik aber doch etwas abmildern. Schließlich ist das hier ein Debüt-Roman. Diese Welt und die Charaktere sind einfach nichts für mich. Aber ich sehe Potenzial in dem Schreibstil. Vielleicht kann die Autorin mich irgendwann mit einer anderen Geschichte ja doch noch überzeugen.
„Schluss jetzt! […] Ihr führt euch auf wie zwei kleine Kinder.“
Danke, Killian, dass du damit meine Gedanken so gut zusammenfasst.
Denn wie anstrengend können Hauptcharaktere bitte sein?
Aster ist unglaublich nervig. Alles was sie antreibt ist Rache und blinder Hass. Liebe Autorin: das sind keine sympathischen, nachfühlbaren Motivationen für die Hauptfigur. Vor allem weil ihr Hass so unglaublich lächerlich ist. Auf der einen Seite beschließt sie, eine gewisse Person zu töten, weil sie sich spontan überlegt hat, dass diese Person für all ihr Leid verantwortlich ist. Wenige Seiten später führt sie die erste Unterhaltung mit der Person — statt Mordlust fühlt sie nun doch eher Erregung.
Und da wären wir bei dem nächsten Problem. Die Autorin scheint in dem Narrativ zu leben, dass Mädchen und Jungen keine platonischen Freunde sein können. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Aster bei jedem männlichen Wesen sofort ein warmes Gefühl/Kribbeln/Blablabla empfindet. Kurz dachte ich, dass die Autorin uns damit andeuten will, dass Aster sich doch für jemand anderen als Will entscheidet. Doch da wurde ich (wieder einmal) enttäuscht.
Dabei wäre sie meiner beschiedenen Meinung nach mit Titus ein klein wenig besser dran. Was sie in Will sieht kann ich nämlich nicht nachvollziehen. Er lügt, er verheimlicht ihr Dinge und — was ich unverzeihlich finde — er lässt sie den Standesunterschied deutlich spüren.
Das Buch wurde mit gleich mehreren falschen Versprechungen vermarktet.
Einmal wurde hier eine Liebesgeschichte groß angepriesen. Doch die findet eher nebensächlich statt und, wie ich finde, auch recht oberflächlich. Es gibt keine tief schürfenden Momenten, die uns Lesenden die Verbindung der beiden näher bringt.
Dann ist da noch die Sache mit den Piraten. Was bitte ist das denn für ein Witz gewesen? Wir befanden uns insgesamt für vielleicht 30 Seiten auf See und das war’s dann schon wieder. Wer hier auf mehr Piraten-Vibes gehofft hat, wird bitter enttäuscht. Denn die stolze Piraten-Familie, die sich ja von nichts und niemanden bezwingen lässt, wird über Nacht nahezu widerstandslos zu Bediensteten (Kinderarbeit inklusive).
Übrigens auch sehr interessant: ständig tauchen irgendwelche abgetrennten Körperteile und Leichen auf, aber niemand macht sich die Mühe, dem mal auf den Grund zu gehen. Warum auch?
Die Handlung war für mich gemischt. Vieles war wirr und das magische System hat mich nicht vollends überzeugt. Aber es gab durchaus spannende Höhepunkte. Am Ende hatte ich dann auch endlich ganz kurz nicht mehr das Gefühl, mich durch das Buch kämpfen zu müssen. Hier spreche ich übrigens nicht von den ganz letzten Szenen (das war mir zu abgefahren), sondern von dem, was davor im Wald passiert ist.
Zum Schluss möchte ich meine recht harsche Kritik aber doch etwas abmildern. Schließlich ist das hier ein Debüt-Roman. Diese Welt und die Charaktere sind einfach nichts für mich. Aber ich sehe Potenzial in dem Schreibstil. Vielleicht kann die Autorin mich irgendwann mit einer anderen Geschichte ja doch noch überzeugen.