wenig Piratenfeeling
Meine Erwartungen an das Buch waren gerade was das Setting anging hoch, da ich mal was Anderes lesen wollte. Piraten, Meere und eine Schlacht habe ich gleich zu Anfang bekommen und ich fand das richtig gut. Ich konnte das Salz förmlich schmecken beim Lesen, so tief bin ich in diese Welt eingetaucht. Leider hat dieses Feeling nicht mal bis zum Ende des ersten Drittels gehalten, denn dann landet die Familie Oberon auf dem Land. Hier habe ich irgendwie den Bezug zu Aster verloren. Die Oberons haben einen unheimlichen Zusammenhalt in der Familie und dennoch schenkt sie ihnen keinen reinen Wein ein? und ihre Familie - stolze, freie Piraten geben dieses Leben einfach so ohne Erklärung und ganz schnell auf und werden Diener? Sorry, das konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Zudem die Handlung dann sehr wirr wurde, zu viele Personen, zu viele Handlungsstränge und ich war leider nur noch mäßig gefesselt. Schade, denn die gerade die neuen Figuren und das World Building hätte so viel mehr hergegeben. Irgendwie kamen mir die Erklärungen auch zum falschen Zeitpunkt oder auf die falsche Art mich zu erreichen und das Ruder wieder herum zu reißen. Ebenfalls nimmt mir Aster diese für sie neue Welt zu einfach hin, sie ist für mich ein nicht einfach zu greifender Charakter. Auf der einen Seite taffe, freiheitsliebende Piratin, die auch nicht vor Blut und Mord zurück schreckt, auf der anderen Seite ist sie naiv, leichtgläubig und schluckt die ganzen Erklärungen ohne nachzudenken. Normalerweise finde ich ja gerade solche Gegensätze spannend, hier hat es für mich nicht so gepasst. Das letze Drittel hat mich dann wieder total gepackt und hat wieder so einiges wett gemacht. Insgesamt lässt sich das Buch super lesen und hat mich gut unterhalten, aber ein paar weniger Randfiguren und Verstrickungen wären für mich besser gewesen.