Intensives Wechselbad der Gefühle
In no hard feelings sollte Relatability mit Leuten in ihren 20ern geschaffen werden, generell hat mich das Buch aber eher genervt. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich die Augen beim Lesen über die Protagonistin Penny verdreht habe. Am Anfang fand ich noch teilweise, dass der Wortwitz richtig gut war, später konnte es aber dann nicht mehr als self-deprecating Humor zählen, sondern es war einfach nur whiny. Pennys innerer Monolog ist sehr ehrlich, ich denke das ist schon realistisch, auch wenn er nervig zu lesen ist. Deshalb fühle ich mich fast schlecht, wie hart ich mit ihr ins Gericht gehe. Die Frage ist: will ich das lesen, wenn ich vielleicht auch ähnlich denke? Abgesehen davon möchte man sie einfach nur anschreien: wie kann sie nicht sehen, was für ein Arsch Max ist? Wie kann sie sich immer wieder entschuldigen? Ihre Entwicklung fand ich auch so frustrierend (vielleicht weil man es selbst nicht schafft?), bei 3/4 des Buches dreht sie sich immer noch im selben Kreis, sie hat Erkenntnisse & wirft sie im nächsten Satz direkt wieder über den Haufen. Sie steht sich einfach auf die dümmste Art & Weise selbst im Weg & da frage ich mich: ist das rage bait, wird uns einfach nur ein Spiegel vorgehalten oder sollen wir uns absichtlich eher mit Pennys Freundinnen machen? Dafür geht ihre Entwicklung am Ende zu schnell & an dem Punkt war sie mir egal, weil sie eine so selbsterfüllende Prophezeiung war. Aber immerhin hatte ich beim Lesen sehr intensive Gefühle und das soll Literatur ja auch irgendwie schaffen.