Toxische Dreiecksbeziehung

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Der neueste Roman von T.C.Boyle erzählt die toxische Dreiecksgeschichte zwischen Terry, Bethany und Jesse.
Terry ist 31 und Assistenzarzt in L.A. Stress, ständige Überarbeitung und Tod sind für ihn Routine, aber der plötzliche Tod seiner Mutter stellt ihn vor ungewohnte Herausforderungen. Er muss sich um die Beerdigung, das Haus seiner Mutter in Boulder City, einer Kleinstadt in der Wüste Nevadas, und den Hund Daisy kümmern.
In dieser Situation begegnet er zufällig der 24jährigen Bethany, die nach der Trennung von Jesse dringend ein neues Zuhause sucht. Sie überrumpelt Terry mit ihrer Zielstrebigkeit und zieht nach einem one night stand ungefragt im Haus der Mutter ein.
Allerdings akzeptiert Jesse die neue Situation nicht, und auch Bethany entscheidet sich nicht für einen der beiden Männer. Der grobschlächtigere Jesse übt nach wie vor einen Reiz auf sie aus. Zwischen beiden Männern kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen, die auch physische Gewalt beinhaltet.

Anders als die bisherigen Romane des Autors ist No Way Home ein eher unpolitisches Buch. Der Gegensatz zwischen der Metropole und der verschlafenen Kleinstadt, Wassermangel, das desolate Gesundheitssystem sowie die materielle Ungleichheit in den USA spielen zwar eine Rolle, aber nicht vordergründig.
Die drei Hauptcharaktere stehen im Vordergrund, allen voran Terry, aus dessen Perspektive hauptsächlich erzählt wird. Erst später wird die Geschichte auch aus dem Blickwinkel von Bethany und Jesse ergänzt. Keine der drei Personen ist wirklich sympathisch oder eignet sich als Identifikationsfigur. Die Charaktere sind in ihrer Gegensätzlichkeit auch etwas zu klischeehaft gezeichnet.

Trotzdem lässt sich der Roman aufgrund des lebendigen Schreibstils und der überzeugenden Dialoge sehr unterhaltsam lesen. No Way Home ist sicher nicht der beste Roman des Autors, aber er wird auch nicht mein letztes Buch von T.C.Boyle sein. Dafür ist sein Schreibstil einfach zu gut.