Überraschend

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ravenmoon Avatar

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„Nobody’s Quest“ hat mich ehrlich überrascht. Schon optisch wirkt das Buch wie ein richtiges Schmuckstück – Cover, Farbschnitt und die ganze Aufmachung schreien förmlich nach epischer Fantasy. Aber viel wichtiger: Der Einstieg zieht sofort hinein.

Die ersten Kapitel haben eine bedrückende, fast schon beklemmende Atmosphäre. Soli als Protagonistin ist kein typisches „auserwähltes Mädchen“, das sofort stark und mutig wirkt. Im Gegenteil: Sie ist gebrochen, verängstigt, gezeichnet vom Leben – und genau das macht sie interessant. Gerade ihre inneren Gedanken und diese Mischung aus Hoffnungslosigkeit, Sarkasmus und stiller Sehnsucht wirken erstaunlich greifbar.

Besonders mochte ich, dass die Welt zwar klassisch fantasyhaft wirkt – Königreiche, Paläste, Orakel, Prinzen, verbotene Magie – aber gleichzeitig viel düsterer und emotionaler daherkommt. Die Autorin spricht auch psychische Belastungen offen an, was man bereits der Widmung anmerkt. Dadurch bekommt die Geschichte eine melancholische Ebene, die zwischen all den Intrigen und Geheimnissen immer mitschwingt.

Und dann ist da natürlich Kaelen. Anfangs arrogant, einschüchternd und fast schon gefährlich attraktiv – aber genau diese Dynamik zwischen ihm und Soli macht neugierig. Man spürt sofort, dass da noch sehr viel verborgen liegt.

Sprachlich liest sich das Ganze angenehm flüssig. Die Seiten fliegen schnell vorbei, obwohl die Welt genug Details bekommt, um lebendig zu wirken. Gerade die Beschreibungen der Bibliothek, des Palastes oder der Stadt haben bei mir sofort Bilder im Kopf erzeugt.

Für mich wirkt „Nobody’s Quest“ wie eine Mischung aus klassischer Fantasyquest, düsterem Märchen und emotionaler Character Journey.