Abenteuerlicher Romantasy-Auftakt

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gletscherwoelfchen Avatar

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Schon auf den ersten Blick macht Nobody's Quest einiges her. Die hochwertige Gestaltung mit den liebevollen Details und der insgesamt sehr edlen Aufmachung sorgt dafür, dass das Buch im Regal sofort ins Auge fällt. Umso schöner ist es, dass sich hinter der ansprechenden Optik auch eine Geschichte verbirgt, die Lust auf mehr macht und einen gelungenen Grundstein für die Reihe legt.

Der Einstieg gelingt angenehm leicht und führt Schritt für Schritt in eine Welt ein, die vor allem durch ihre Quests und das durchdachte Magiesystem ihren ganz eigenen Reiz entwickelt. Gerade diese Aufgaben haben mir während des Lesens besonders viel Spaß gemacht. Sie lockern die Handlung immer wieder auf, sorgen für Spannung und vermitteln das Gefühl, gemeinsam mit den Figuren immer tiefer in die Geheimnisse dieser Welt einzutauchen. Dadurch entsteht stellenweise fast ein Abenteuercharakter, der sich angenehm von vielen anderen Romantasy-Titeln abhebt.

Überhaupt gehört das Worldbuilding für mich zu den größten Stärken des Buches. Alyssa Day erschafft eine Welt, die interessant aufgebaut ist und nach und nach immer mehr Facetten offenbart. Dabei wird nicht jede Information sofort erklärt, sondern vieles ergibt sich erst im Verlauf der Handlung. Das hat mir gut gefallen, weil ich das Gefühl hatte, die Welt gemeinsam mit den Figuren zu entdecken. Gleichzeitig merkt man, dass hier noch einiges an Potenzial für die Folgebände vorhanden ist und längst nicht alle Fragen beantwortet wurden.

Mit den Figuren bin ich insgesamt ebenfalls gut zurechtgekommen. Die Protagonistin entwickelt sich im Laufe der Geschichte nachvollziehbar weiter und findet sich gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern erst nach und nach in ihrer neuen Realität zurecht. Auch die Nebenfiguren machen neugierig auf die Fortsetzung und bringen ausreichend unterschiedliche Persönlichkeiten mit, um für Abwechslung zu sorgen.

Etwas zwiegespalten war ich dagegen bei der Romance. Grundsätzlich fügt sie sich stimmig in die Handlung ein. Gleichzeitig konnte mich die Liebesgeschichte emotional nicht immer vollständig erreichen. Hinzu kommt, dass ich persönlich auf den vorhandenen Spice gut hätte verzichten können. Für mich hätte die Geschichte auch ohne diese Szenen funktioniert, zumal sie der eigentlichen Handlung keinen entscheidenden Mehrwert verliehen haben.

Nichtsdestotrotz empfinde ich Nobody's Quest als einen gelungenen Reihenauftakt, der vor allem mit seinem spannenden Worldbuilding, den abwechslungsreichen Quests und einer Welt überzeugt, die noch viel Entdeckungspotenzial bereithält. Wer Romantasy mit Abenteuercharakter und einem gut durchdachten Weltenbau sucht, sollte sich dieses Buch definitiv näher ansehen.
4/5 Sterne