Eine ungewöhnliche Truppe

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
jule1981 Avatar

Von

Bei „Nobody´s Quest – Der Prinz ohne Königreich“ handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie von Alyssa Day. Der Erscheinungstermin von Band 2 ist derzeit noch nicht bekannt, da Teil 1 erst am 22. Juli 2026 in Deutschland erschienen ist.

Nachdem ich den Schutzumschlag abgenommen habe, war ich von der Optik erst einmal restlos begeistert. Das Buch ist in demselben rot gehalten wie der Buchschnitt und man sieht auf dem Cover in Gold eine junge Frau im Seitenprofil. Ich vermute, dass es sich dabei um Soli, die Protagonistin, handelt. Hier hat sie Blätter im Haar, die symbolisch für das stehen, was sie sich immer in ihre Haare flicht. Auf der Rückseite steht der Spruch „So wie das Licht die Dunkelheit braucht, brauchen wir einander.“

Schon der Klappentext hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht, weil es sich endlich mal nach etwas anderem anhört. Wer in diesem Bereich lesetechnisch unterwegs ist, hat momentan das Gefühl, dass es in jedem Buch sowieso um dieselben Themen geht. Hoch im Kurs sind Drachen und mal wieder Akademien.

Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen und es nimmt auch schnell an Fahrt auf. Ein kleiner Blick auf Soli und schon geht die Geschichte los, indem Soli vor den König gezerrt wird.

Bereits zu Beginn wird klar, dass dieses Buch nichts beschönigt, umschreibt und es durchaus auch grausam ist. Mich persönlich stört das überhaupt nicht.

Richtig gut gefallen haben mir auch die anderen Charaktere. Weil sie das auch wirklich sind. Es sind Charaktere und nicht nur oberflächliche Nebendarsteller, die keine Tiefe bekommen, keine eigene Geschichte. Hier ist das absolute Gegenteil der Fall. Jeder bekommt seine eigene Geschichte, die sich oft erst im Laufe des Buches Stück für Stück zeigt. Das verleiht den Charakteren einfach Tiefe und ich finde, dass jeder Charakter sehr speziell ist und jeden von ihnen mag ich eben aus diesem Grund.

Soli als Protagonistin gefällt mir ebenfalls sehr gut und mir gefällt, dass sie sich weiter entwickelt und sie immer wieder versucht, das Potential, das in ihr steckt, auch zu nutzen. Manchmal geht es zwei Schritte vor und einen zurück, aber auch das ist vollkommen in Ordnung. Denn schließlich ist „das Grau“ mal mehr, mal weniger an der Oberfläche. An dieser Stelle möchte ich aber nicht zu viel verraten.

Nun kommen wir aber noch zu dem, was mir nicht gefällt. Der Spice, der meiner Meinung nach komplett unnötig ist und ohne den das Buch und die Geschichte genauso gut wären, wenn nicht sogar besser. Dazu kommt noch die Lovestory, die plötzlich da ist, wie aus dem Nichts und die sich so seltsam und obsessiv entwickelt, dass ich mir hier einfach mehr Entwicklung und Zeit gewünscht hätte. Man kann das als Leser einfach nicht nachfühlen. Und ich denke, dass mehr Zeit hier auch Soli als Protagonistin gut getan hätte.

Die Geschichte an sich gefällt mir allerdings sehr gut. Da kann ich das, was mir nicht gefällt, dann einigermaßen ausblenden. Wäre auch schade, denn sonst hätte mir das den Spass an der Story genommen. Das Buch war wirklich sehr flüssig zu lesen, der Schreibstil von Alyssa Day gefällt mir gut und ich konnte mir richtig vorstellen, wie ich mit der ungewöhnlichen Truppe auf der Reise ins Unbekannte bin.

Auch wenn es ein paar Schwächen gab, habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie es weiter geht. Es gibt hier keinen fiesen Cliffhanger, allerdings macht mich das Ende trotzdem neugierig. Dazu muss ich nicht mitten aus der Geschichte geschmissen werden, um mich auf den nächsten Band zu freuen.

Von mir gibt’s eine Leseempfehlung und vier Sterne.