Solis Mission

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annabell95 Avatar

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Das Königreich Altarra geht seit hundert Jahren dem Untergang entgegen. Die Kriegsgöttin Corvynne hat fast alle Länder erobert, und jede Prophezeiung verkündet ihren sicheren Sieg. In dieser aussichtslosen Lage fasst eine Magierin die Weissagungen anders auf als alle anderen und entscheidet, dass gerade eine unscheinbare junge Frau namens Soli, eine Waise und Dienerin der königlichen Bibliothek, die letzte Hoffnung sein könnte. An ihrer Seite brechen fünf weitere Außenseiter auf. Gemeinsam sollen sie eine letzte, verzweifelte Mission erfüllen.

"Nobodys Quest" ist der Auftakt in die Nobody-Chronicles-Reihe.

Durch die Erzählweise aus der Ich-Perspektive von Soli begleitet man sie hautnah mit und erlebt ihre Gedanken und Gefühle. Soli ist eine Waise und stellt sich gern lieber in den Hintergrund, statt nach vorne zu preschen. Sie ist eine Dienerin in der königlichen Bibliothek. Diese Art macht sie zu einer spannenden Heldin, wo sie plötzlich das Königreich Altarra retten soll, obwohl sie sich das selbst kaum zutraut.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und oft bildhaft. Viele Szenen konnte ich mir lebhaft vorstellen, doch gerade bei einigen Fantasiewesen fehlte mir die visuelle Tiefe. Da fehlte mir ein wenig die Vorstellungskraft. Zwischen den Kapiteln tauchen immer wieder Auszüge aus Büchern und Schriften auf. Sie sollen die Welt erweitern, haben für mich aber eher den Lesefluss gebremst, weil ihr konkreter Nutzen nicht immer klar wurde.

Die Gruppe um Soli ist bunt zusammengewürfelt. Mit ihr ziehen ein Dieb ohne Ehre, ein Adliger ohne Vermögen, eine Zauberin ohne Magie, ein Soldat ohne Mut und ein schöner Prinz ohne Königreich. Sie alle haben unterschiedliche Persönlichkeiten und das lässt es dynamisch wirken. Jede Figur bekommt seine eigene Entwicklung über die Handlung hinweg, was zusätzlich zur Spannung beiträgt.

Einige Szenen sind echt gefährlich und grausam erzählt. Zwischendurch wird die Handlung aber auch mit ein wenig Humor aufgelockert. Die leichte Romanze in dieser Story ist schön, aber bleibt recht oberflächlich, da sie zu schnell entsteht und nicht die nötige Tiefe bekommt.

Mein Fazit:
Ein tolles Fantasyabenteuer mit einer stillen, starken Protagonistin, einer vielfältigen Gruppe und einer gelungenen Mischung aus Spannung und Humor. Angenehm für zwischendurch, aber konnte mich nicht komplett überzeugen, gebe aber trotzdem gerne eine Leseempfehlung.