Vielversprechende Grundidee mit unnötigen Spice, der die Ernsthaftigkeit der Mission nimmt

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selena_riddle Avatar

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Das Wichtigste vorneweg: Ich bin hin- und hergerissen. Das Buch an sich ist eine wahre Augenweide. Die hochwertige Gestaltung lässt mich sprichwörtlich den Hut ziehen. Der Farbschnitt, das Cover und besonders die Aufmachung unter dem Cover sind hervorragend aufeinander abgestimmt und ist insgesamt schön anzusehen. Auch die Grundidee und der Klappentext hatten mich gleich für sich eingenommen. Insgesamt lässt mich das Buch dann aber doch zwiegespalten zurück.

Nehmen wir die Protagonistin Soli wie auch die anderen Charaktere aus ihrer Mission: Sie alle haben unheimlich Potential und wirken unheimlich vielversprechend. Und doch blieben sie ohne wirklichen Tiefgang. Ich will nicht sagen, dass sie blass wirkten, dass trifft auch nicht zu, aber ich hatte durchgehend das Gefühl, dass ihr Potential unausgeschöpft blieb und sie dadurch an Tiefgang eingebüßt haben. Das fand ich sehr schade, denn grundsätzlich fand ich alle Charaktere spannend und so vielversprechend, dass einfach mehr aus ihnen herauszuholen gewesen wäre.

Die Handlung und die Grundidee dahinter fand ich mega. Das wörtlich nehmen der Prophezeiung und die Niemande, die die einzige Hoffnung darstellen… all das kann ja nur gut werden, dachte ich mir und ich mochte auch die Umsetzung. Die Suche und auch die Plot-Twists waren interessant, gleichzeitig fehlte mir aber die Spannung und ich hatte nicht unbedingt das dringende Bedürfnis, weiterlesen zu müssen.

Das Worldbuilding, welches zwar gerne noch ausführlicher hätte sein dürfen, hat mir sehr gut gefallen und mich überzeugt. Es hat mir große Freude bereitet in diese Welt abzutauchen, mehr über sie, ihre Bewohner und Religion zu erfahren.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, wenngleich mir die Spannung fehlte, die mich an die Seiten fesselt. Dieser ist wohl der Grund, weshalb das Buch den Jugendbüchern zuzuordnen ist, denn damit einhergehend kommt nun mein Aber und das, was mich an der Geschichte von Anfang an störte: Der Fokus auf Romance und Spice (was für mich gleichzeitig im Widerspruch zur Zuordnung zum Jugendbuchbereich steht). Die Welt ist dem Untergang geweiht, aber natüüürlich bleibt fürs Anschmachten und für ein Stelldichein im Wald zu verschwinden genug Zeit. In meinen Augen war das so unpassend. Der Romance-Anteil hat von Beginn an einen viel zu hohen Stellenwert erhalten, weshalb ich die Mission und Wir-sind-die-letzte-Hoffnung-und-müssen-die-Welt-retten einfach nicht so wirklich ernst nehmen konnte. Zumal ich diese Anziehung auch null gefühlt habe und dadurch eher genervt war.

Dennoch ist mein Interesse geweckt und ich würde auch zum zweiten Band greifen, in der Hoffnung, dass dann der Fokus auf der Handlung und weniger auf unnötigen und vor allem unpassenden Spice liegt.