Die Uhr tickt unaufhaltsam

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fibelleser Avatar

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Helena Falkes Roman „Noch fünf Tage“ ist ein etwas anderer Krimi. Die Autorin hat spannend, fesselnd und mitreißend geschrieben. Anders ist die Ermittlungsarbeit. Sie wird durch Lis Castrop selber durchgeführt. Anfangs weiß der Leser nicht wirklich ist sie Täter oder auch ein Opfer. Sie wurde vergiftet, genau wie die anderen Opfer, Familie Harmans. Bei dieser superreichen Familie arbeite Lis als Privatköchin. Für mich war der gewählte Name Castrop schon sehr speziell, die Nähe zum Begriff Castor passt aber irgendwie sehr gut zum Inhalt. Das ganz spezielle an ihren Ermittlungen war aber der Ort. Lis konnte nur vom Krankenhausbett aus ihre Nachforschungen anstellen. Unterstützung fand sie durch die Krankenschwester Esme. Durch die Vergiftung war Lis auch zeitlich eingeschränkt, ihr blieben gerade fünf Tage, um erfolgreich den Täter zu finden. Sehr gut fand ich auch den geschickten Einbau von Informationen zur Literaturtheorie zur Gattung Drama. Im Drama gibt es fünf Akte und Lis bleiben fünf Tage. Sie selber bringt den Verweis zum Dramen Aufbau, hat sie diesen doch kurze Zeit vorher mit ihrer Tochter Cosima für Hausaufgaben analysiert. Ich werde aber jetzt nicht verraten, ob es sich zur Tragödie oder Komödie entwickelt. An einigen Stellen im Buch wurde es mir dann doch zu viel. Zu ausführlich wurden die Spleens der Multimillionäre dargestellt. Aber das hat meinen Leseeindruck nicht geschmälert, da habe ich einfach überflogen.
Alle die Krimis wegen ihrer Spannung anstatt ausführlicher Gewaltbeschreibung lesen, werden nicht enttäuscht sein.