Mord in 5 Akten

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murksy Avatar

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Wer seit Jahrzehnten Krimis liest oder sieht, wird auch mit dieser Grundidee vertraut sein. Jemand ist dem Tode geweiht, bevorzugt durch Gift, und hat eine gewisse verbleibende Zeit, um seinen eigenen Mord aufzuklären. Auch in diesem Buch ist dies die Geschichte. Eine herausragende Köchin arbeitet für eine Milliardärsfamilie. Als diese nach einem Essen vergiftet wird und stirbt, überlebt nur die Köchin. Doch auch sie hat eine geringe, wenn auch tödliche Dosis des Giftes eingenommen. Laut den Ärzten bleiben ihr fünf Tage. Fünf Tage, um den Mord aufzuklären, denn sie gilt natürlich als Überlebende auch als Hauptverdächtige.
Das im Luxusbereich angesiedelte Szenario wird auch durch die in detailverliebter Ausführlichkeit beschriebenen Köstlichkeiten der Köchin verdeutlicht. Der Normalbürger wird niemals mit solchen Speisen in Kontakt kommen, geschweige denn von ihnen gehört haben. Mir geht es ähnlich und die häufige Erwähnung dieser Speisen und Zutaten zeigt entweder, dass die Autorin gerne gut und teuer isst, oder eben gut recherchiert hat. Mir was das etwas zu viel des Guten und füllt eher die Seiten, als dass es dem Krimi auf die Sprünge geholfen hätte. Spannung wird vor allem dadurch erzeugt, dass der Protagonistin die Zeit davonläuft und sie im Ausschlussverfahren versucht, den Täter samt Motiv zu finden. Erschwert wird dies durch den Umstand, dass sie ihr Sterbezimmer nicht verlassen kann. Am besten ist das Buch, wenn die Verzweiflung der Frau zu Tage tritt und sie sich Sorgen um ihre Tochter macht. Dann ähnelt das Buch eher einem Psychodrama. Verstärkt wird diese Hilflosigkeit durch die Erzählweise in der Ich-Perspektive. Allerdings ist das natürlich in Hinblick auf das feststehende Ende ein fragwürdiges Stilmittel. Somit ist ein durchaus interessanter Krimi entstanden, der allerdings einige Längen hat und nicht vollkommen überzeugen kann.

Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.