Tödliches Menü - Wenn fünf Tage über alles entscheiden!

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frangipani Avatar

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Das Buch von Helena Falke ist ein ungewöhnlicher Thriller, der mich vor allem durch seine Ausgangssituation sofort gepackt hat.

Im Mittelpunkt steht Lis, eine erfahrene Köchin, die für eine einflussreiche Milliardärsfamilie in Davos arbeitet. Nach einem exklusiven Dinner kommt es zur Katastrophe: Die Familie stirbt an einem Giftanschlag - und ausgerechnet Lis hat die Speisen zubereitet. Doch sie ist nicht nur Zeugin, sondern selbst betroffen. Vergiftet und mit nur noch wenigen Tagen Lebenszeit bleibt ihr kaum Zeit, ihre Unschuld zu beweisen und die Hintergründe aufzudecken.

Besonders spannend fand ich die Erzählstruktur. Die Handlung wechselt zwischen Lis’ aktueller Situation in der Klinik und ihren Erinnerungen sowie Überlegungen zu möglichen Tätern. Dadurch entsteht eine Art Puzzle, das sich Stück für Stück zusammensetzt. Die Kapitel sind klar strukturiert und greifen das zentrale Element - die verrinnende Zeit - immer wieder auf, was zusätzlich Tempo erzeugt.

Der Schreibstil ist angenehm direkt und gut lesbar. Immer wieder fließen Details aus der Welt der gehobenen Küche ein, die dem Ganzen eine besondere Note geben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Auch die Einblicke in das Leben der Superreichen und deren Umfeld sorgen für interessante Facetten.

Lis als Figur wirkt trotz ihrer extremen Lage entschlossen und nachvollziehbar. Ihr Antrieb, die Wahrheit herauszufinden und gleichzeitig alles für ihre Tochter zu regeln, gibt der Geschichte eine zusätzliche persönliche Ebene, ohne zu dominant zu werden.

Ein gut konstruierter Thriller mit origineller Ausgangsidee, klarem Spannungsaufbau und interessanten Einblicken in eine exklusive Welt. Wer spannende Geschichten mit ungewöhnlichem Setting mag, wird hier definitiv gut unterhalten.