unterhaltsam, aber mit Schwächen

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simonef Avatar

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Lis ist eine Spitzenköchin und arbeitet für die superreiche Unternehmerfamilie Harman. Als sie dieser ein opulentes Silvestermenü kredenzt, stirbt die ganze Familie an einer giftigen Substanz im Essen. Lis hat zwar überlebt, allerdings hat auch sie eine tödliche Dosis der Substanz abbekommen und wird innerhalb der nächsten fünf Tage sterben. Vom Krankenhaus aus setzt Lis alles daran, den Mörder zu finden und das Leben ihrer minderjährigen Tochter abzusichern.

Das Setting – todgeweihte Figur sucht im Wettlauf gegen die Zeit ihren Mörder – ist nicht neu, aber immer wieder spannend. Auch bei „Noch fünf Tage“ habe ich bis zum Schluss mitgerätselt. Allerdings würde ich den Roman eher als Krimi denn als Thriller einordnen, da die Aufklärung des bereits im Vorfeld geschehenen Verbrechens im Vordergrund steht und der Spannungsbogen für einen Thriller nicht groß genug ist.

Weder Lis noch die in Rückblenden beschriebene Familie Harman waren mir sympathisch, so dass ich nicht so richtig emotional mitgefiebert habe. Bei Lis dreht sich alles um Spitzengastronomie und elaborierte Speisen; das wurde mir irgendwann zu viel. Die Harmans entsprechen dem Klischee abgehobener, verwöhnter Milliardäre, die es gewohnt sind, dass alle nach ihrer Pfeife tanzen.

Was mich leider ziemlich gestört hat, waren die – angesichts der Ursache der Vergiftung – völlig unzureichenden und unglaubwürdigen Sicherheitsvorkehrungen. Das würde in der Realität sicher ganz anders ablaufen. Auch die Substanz selbst kann so, wie sie im Roman beschrieben wird, nicht existieren (ist chemisch Unsinn; da ich nicht spoilern möchte, kann ich nicht näher darauf eingehen). Insgesamt konnte mich die Auflösung nicht so recht überzeugen.

Fazit: „Noch fünf Tage“ sorgt für unterhaltsame Lesestunden, aber echte Nähe zu den Figuren kommt nicht auf. Hinzu kommen logische Mängel, so dass ich letztlich 3 Sterne vergebe.