Große Gefühle am seidenen Faden einer Blechdose

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juanla Avatar

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Das herbstliche Cover mit seinen warmen Lichterketten fängt die nostalgische Wohlfühl-Ästhetik perfekt ein. Es bildet im Nachhinein den perfekten, schützenden Rahmen für die herrlich skurrilen Details von Oakfell – einer Kleinstadt mit exakt 2462 Einwohnern, die mitten im Herbst zum Schauplatz großer Gefühle wird.

Mimi Heegers Schreibstil glänzt zum Abschluss der Leseprobe durch eine meisterhafte Balance aus spritzigem Humor und tiefem, nostalgischem Herzschmerz. Die Atmosphäre im Zimmer unter dem Dach schwenkt wunderbar von Nathans herrlich pragmatischen Dating-Theorien hin zu einer tiefen, fast schon greifbaren Melancholie, als Everlee den Blick zum Sternenhimmel richtet und die Vergangenheit sie einholt.

Der Spannungsaufbau erreicht einen grandiosen, emotionalen Höhepunkt. Nathans eindringlicher Appell, Cooper wenigstens zu schreiben oder das alte Dosentelefon zu benutzen, hinterlässt eine enorme, knisternde Neugier. Die Enthüllung, dass dieses Dosentelefon seit fast zwanzig Jahren quer durch den Garten zwischen ihren Häusern gespannt ist, fungiert als genialer roter Faden. Der melancholische Abschlussgedanke – „Wären. Konjunktiv.“ – bricht das Herz des Lesers und lässt die Leseprobe mit einem perfekten Cliffhanger enden.

Die Charaktere zeigen ihre schönsten Facetten. Nathan erweist sich als absoluter Sympathieträger: Er steht selbstbewusst zu seiner Sexualität, ergreift seine Chance beim „Lottoschein-Zahnarzt“ und beweist trotz seiner frechen Art ein riesiges Herz, indem er Everlee mit einem liebevollen Hundewelpen-Blick Mut zuspricht. Everlee berührt zutiefst. Ihr Kampf gegen die eigenen Tränen und der bittersüße Rückblick auf neunzehn unzertrennliche Jahre, die nun in Trümmern liegen, machen ihre Zerrissenheit unheimlich greifbar und absolut nahbar.

Ich erwarte eine zutiefst berührende, emotionale Second-Chance-Romance, die vom unerschütterlichen Band einer Kindheitsliebe lebt. Das Dosentelefon als Symbol für ihre Verbindung ist eine wunderschöne, romantische Idee. Die Leseprobe macht absolut süchtig. Ich möchte das Buch unendlich gerne weiterlesen, um zu erfahren, ob einer von beiden nach all den Jahren tatsächlich wieder nach der alten Blechdose greift, um das Eis zu brechen.