Anfangs überzeugend, später viel Klischee

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
jessica.leu Avatar

Von

Oakfell Autumn Nights fällt durch das wunderschöne herbstliche Cover ins Auge, im Farbschnitt ist es wirklich ein Hingucker!

Das herbstliche Thema wird von Beginn an im Buch aufgegriffen, alles dreht sich um die letzte Woche im Oktober, die für die beiden Hauptfiguren Everlee und Cooper eine bedeutende Rolle spielt. Immer wieder wechselt nicht nur die Perspektive der Protagonisten, auch zeitlich wechselt man regelmäßig in die vergangenen Festwochen, von Kindesbeinen an. So wird eine große Zeitspanne mit Bezug zur Gegenwart abgebildet, die Handlungen bauen logisch aufeinander auf.
Die Autorin schafft einen Spannungsbogen und erhält diesen auch recht lange, der Schreibstil ist sehr flüssig und gut zu lesen.

Beide Hauptfiguren und weitere Nebenrollen sind mir Anfangs sehr sympathisch, sie werden mit viel Tiefe aufgebaut. Zuerst macht es den Eindruck als hätten sich Beide unabhängig voneinander ein gutes Leben aufgebaut und würden nun die alten Probleme in Angriff nehmen, also eine sehr erwachsene und reflektierte Basis. Doch leider kam es anders. Aus zwei starken Charakteren wird eine kitschbelastete und kommunikationslose Geschichte gestrickt. Vordergründig wird von Emanzipation gesprochen, obwohl es sich meiner Meinung nach um sehr ungesundes, toxisches Verhalten handelt. Problem aus zurückliegenden Handlungen und Entscheidungen werden in der Interaktion zwischen den Figuren nur oberflächlich thematisiert und überhaupt nicht aufgearbeitet.
Leider hat mir das Buch daher zum Ende hin gar nicht mehr gefallen, was ich sehr schade fand, da es zu Beginn eigentlich total viel Potenzial hat.