Ein Herbst voller Erinnerungen und zweiter Chancen

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bücherdrache Avatar

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„Oakfell Autumn Nights“ hat für mich genau das eingefangen, was ich mir von einer guten Herbstromance wünsche. Nicht nur Kürbisse, Apfelcider und herbstlich geschmückte Straßen, sondern dieses besondere Gefühl, das entsteht, wenn ein kleiner Ort, seine Traditionen und die Menschen, die dort leben, miteinander verbunden sind. Oakfell bekommt durch seine Menschen und Gewohnheiten einen ganz eigenen Charakter. Die Tierarztpraxis mitten im Familienleben, das herrliche Chaos und die kleinen Traditionen, die sich jedes Jahr wiederholen, haben mir dabei besonders gefallen.

Everlee und Cooper stehen natürlich im Mittelpunkt, doch ihre Geschichte beginnt nicht erst mit seiner Rückkehr. Durch die wechselnden Perspektiven und die Rückblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit erlebt man, wie aus zwei Kindern beste Freunde wurden und wann aus dieser Vertrautheit etwas entstanden ist, das beide lange nicht aussprechen konnten. Ich mochte diese Erzählweise sehr, weil sich manche Situationen erst mit etwas Abstand vollständig erschließen. Beide sind sympathisch, aber keineswegs makellos, und ihre unterschiedlichen familiären Hintergründe erklären einiges von dem, was zwischen ihnen steht.

An manchen Stellen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass Everlee und Cooper früher miteinander reden. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit und wissen eigentlich genau, wie der andere tickt, und trotzdem stehen ihnen ihre eigenen Ängste und unausgesprochenen Gefühle immer wieder im Weg. Das hat mich gelegentlich etwas Geduld gekostet. Gleichzeitig gehört diese Schwierigkeit zur Geschichte, denn es geht nicht nur darum, ob aus Freundschaft Liebe werden kann, sondern auch darum, ob man den Mut findet, dem Menschen gegenüber ehrlich zu sein, der einem am meisten bedeutet.

Mimi Heegers Schreibstil hat mir dabei sehr gefallen. Er ist offen, humorvoll und angenehm direkt, auch wenn es um Gefühle und Intimität geht. Besonders die Szenen rund um Everlees Familie und die Tierarztpraxis haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht.

Für mich ist „Oakfell Autumn Nights“ vor allem ein Roman über Vertrautheit, verpasste Möglichkeiten und die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet. Große Überraschungen braucht die Geschichte nicht. Ihre Stärke liegt in Oakfell, seinen Menschen und der Beziehung zwischen Everlee und Cooper. Ich hätte am Ende durchaus noch länger dort bleiben können. Vor allem von Everlees Familie hätte ich gerne noch mehr gelesen.