Setting passte, aber nicht die zentrale Beziehung

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Von Mimi Heeger habe ich vor ein paar Jahren den Auftakt ihrer Cape Coral-Reihe, „Break Through My Defense“, gelesen und fand ihn super. Danach habe ich die Reihe aus den Augen verloren, habe aber von anderen Lesern gehört, dass sie sich auch bei den anderen Bänden sehr unterhalten gefühlt haben, was mir mein gutes Gefühl bestätigt hat. Statt also die Reihe weiterzuverfolgen, wurde ich jetzt durch „Oakfell Autumn Nights“ wieder auf die Autorin aufmerksam. Auch wenn wir noch mitten im Hochsommer stecken, aber so habe ich jetzt zum ersten Herbstbuch gegriffen. Ich bin ohnehin nicht so angewiesen auf Mood etc., dementsprechend war das überhaupt nicht schlimm und hat mein Leseerlebnis nicht beeinflusst.

Ich war gespannt auf die Geschichte und alleine schon die kleine liebevolle Karte in der Innenklappe hat schon Lust auf mehr gemacht. Das ist in diesem Genre doch eher ungewöhnlich, aber ich fand es super, weil es einen ungefähren Eindruck gibt, was wo in der Kleinstadt ist. Die eigentliche Geschichte hat mich auch relativ schnell gepackt. Wir haben die Gegenwart, in der Cooper und Everlee nach einigen Jahren wieder zusammengeführt werden und wir haben die Vergangenheit, in der über verschiedene Altersstufen hinweg die gemeinsame Geschichte der beiden ergründet wird. Auch wenn mich Coopers Lebenssituation in Baltimore traurig gemacht hat, weil es so leer wirkte, so fand ich das zu dem Zeitpunkt auch nicht schlimm, denn es sorgt für einen großen atmosphärischen Unterschied zu Oakfell. Wenn man nämlich im Kontrast das chaotische und doch stets liebevolle Leben in Oakfell mitbekommt, dass schließt man die Kleinstadt unweigerlich ins Herz. Wer auch „Virgin River“, „Süße Magnolien“ etc. schaut und kaum einen Weihnachtsfilm verpasst, für den ist das eh alles wie Heimkommen. Dementsprechend kann ich mich zum Setting nur lobend äußern. Auch die Darstellung des Herbstfestes, all das 100 Punkte!

Aber ein Setting alleine macht keine gute Geschichte aus und das ist mir im Verlauf des Buchs immer bewusster geworden. Ich musste mich bei gemeinsamen Szenen von Cooper und Everlee doch sehr zwingen, alles Äußere auszublenden und mich nur auf sie zu fokussieren. Da ist natürlich eine große und intensive Liebe zu spüren, aber alles, was zwischen ihnen steht, ist kaum auszublenden. Und da war für mich einfach ersichtlich, dass die beiden kaum richtig miteinander reden, weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart. Ich fand auch, dass es sich gerade Cooper an einigen Stellen auch zu einfach gemacht hat. Deswegen hat er mich mit seinen Entscheidungen am Ende auch immer mehr verloren. Ich fand seine Kapitel zwar alle nachvollziehbar und emotional greifbar und doch habe ich mich immer wieder gefragt, warum er es sich so schwer macht und warum er manche problematische Handlungen nicht selbst erkennt.

Everlee war insgesamt in sich schlüssiger und ich fand ihre Familie auch einfach so großartig gestaltet. Das war ein wild zusammengeworfener Haufen, aber gerade die großen Gruppenszenen waren auch echt lustig, die konnte ich mir richtig gut verfilmt vorstellen. Und auch wenn es so harmonisch ist, hat man trotzdem verstanden, warum Everlee ihrer Familie gegenüber so ein extremes Verantwortungsbewusstsein hat, sodass sie mir in die Richtung gedrängt werden musste, Entscheidungen alleine für sich zu treffen. Da war auch deutlich zu erkennen, dass sie als Jugendliche und als Erwachsene keinen Vergleich mehr darstellt. Ich fand daher auch, dass sie trotz ihres jüngeren Alters gegenüber Cooper oft reifer agiert hat. Ich fand nämlich auch die großen Szenen am Ende zu übersteuert, vor allem in Anbetracht, wie schnell Everlee dann umschlägt. Auch wenn es ganz am Ende dann wieder angenehm rosarot wird, aber es war da schon keine Liebesgeschichte mehr, bei der es mir richtig das Herz erwärmt.

Fazit: Ich war jetzt doch etwas erstaunt, dass mir „Oakfell Autumn Nights“ nur bedingt gefallen hat. Ich mochte das Setting, ich mochte das Traditionelle, ich mochte die großen Gruppenszenen, aber die Liebesgeschichte, die hat mich nicht wie erhofft gepackt. Und genau das hatte ich von Mimi Heeger so stark im Kopf. Also war ich durchaus enttäuscht. Eine Liebesgeschichte so stark an Missverständnissen und Nicht-Kommunizieren auszurichten, das war einfach zu nervlich aufreibend.