Begegne Unbekanntem unvoreingenommen statt ängstlich

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
christina19 Avatar

Von

Inhalt:
Als sie vor ihrer Stadt ein großes Tier entdecken, das ihnen den Weg versperrt, sind die Bewohner in hellem Aufruhr. Der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa überlegen, was sie tun können. Sie decken das unbekannte Wesen zu, bauen eine Brücke darüber und eine Straße außen herum, doch all ihre Lösungen sind nicht von Dauer. Auch das Mienchen, dem bisher niemand Gehör geschenkt hatte, hat einen Vorschlag. Ob dieser wohl die rettende Idee ist?

Meine Meinung:
Mit „Obacht!“ hat Kerstin Hau eine Geschichte über die Bewohner einer kleinen Stadt und ihr scheinbar riesiges Problem geschrieben. Die Figuren mit den außergewöhnlichen Namen wurden von Stella Dreis in Szene gesetzt. In den Bildern erkennt man die preisgekrönte Illustratorin mit ihrem individuellen Stil schnell wieder. Die Zeichnungen sind dabei ganz in Natur-, Braun- und Grautönen sowie Schwarz gestaltet, denen mit Orange ein kräftiger Kontrast entgegengesetzt wird. Das sorgt für eine beinahe dramatische Wirkung und unterstreicht den Inhalt der Geschichte.
Kerstin Haus und Stella Dreis‘ Figuren hadern mit dem unbekannten Wesen vor ihrer Stadt. Da es den Zugang blockiert, können sie es nicht ignorieren – ganz schlicht und ergreifend mit dem Tier zu sprechen und sich somit dem Unbekannten zu stellen, ist allerdings auch keine Option, die sie in Betracht ziehen. Einzig das Mienchen geht unvoreingenommen und offen auf das Tier zu. Damit beweist es Mut und zeigt, dass Fremdes nicht zwingend Gefahr bedeutet und man davor Angst haben muss. Dank klarer Kommunikation lässt sich die Angelegenheit für die Stadtbewohner schließlich rasch klären. So ist in Stella Dreis‘ Bildern deutlich zu sehen, wie riesig das vermeintliche Problem anfangs noch scheint und dass es, kaum, dass man sich ihm gestellt hat, plötzlich gar nicht mehr so groß ist. Eine Tatsache, die wir sicher alle aus dem Alltag kennen.
Auf kindgerechte Weise vermittelt „Obacht!“, wie bereichernd es ist, Unbekanntem aufgeschlossen und mit Neugier statt mit Misstrauen zu begegnen, bei Problemen aufeinander zu zugehen und den Austausch zu suchen.