Besser miteinander statt übereinander reden!

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shiva2308 Avatar

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Gestaltung:
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Das Titelbild ist schon ein echter Eyecatcher. Vor allem die riesige schwarze Pranke, die unter einer Decke hervorlugt, macht neugierig. Drum herum stehen lauter lustige Gestalten, die erstaunt nach oben gucken. Diese amüsanten Illustrationen findet man in der gesamten Erzählung wieder. Mir fiel auf, dass die verwendeten Farben Schwarz, Rot und Orange eher nach 70er-Jahre aussehen und das Buch auf diese Weise nostalgisch wirkt. Besonders deshalb gefiel es mir sehr gut, denn es ist – ebenso wie die Geschichte – zeitlos.

Inhalt:
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In einer Stadt ohne spezifischen Namen leben sehr unterschiedliche Wesen: der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma mit dem Timpe-Pa und das Mienchen. Eines Tages beobachtet der Wimpf von seinem Turm, dass vor der Stadt ein riesiges, unbekanntes Tier liegt und schläft. Ohne diese Tatsache näher zu hinterfragen, sind die Bewohner sich einig, dass sie etwas DAGEGEN machen müssen. Also lassen sie sich einiges einfallen, um von dem Tier nicht mehr gestört zu werden: Sie bedecken es, sie bauen eine Brücke darüber und vieles mehr. Aber nichts löst das "Problem" und dem Mienchen gefällt das gar nicht. Es möchte, dass man mit dem Tier redet. Doch keiner hört zunächst auf das Mienchen...

Mein Eindruck:
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Gleich vorweg: Dieses Kinderbuch ist liebevoll illustriert und die Geschichte ist zwar einfach, aber prägnant geschrieben, sodass nicht nur Kinder, sondern auch alle (vor)lesenden Erwachsenen ihre helle Freude daran haben werden.
Die Autorin hat hier auf sehr anschauliche und auch amüsante Weise geschildert, auf welche absurde Ideen Menschen oft kommen, um ein Problem "lösen" zu wollen. Dabei übersehen sie jedoch oft die Ursache und dass man manchmal auch Probleme sieht, wo gar keine sind. Wir lassen uns oft schnell blenden von unbekannten Wesen oder Situationen, dass wir gleich in den Angst- und Abwehrmodus gehen, anstatt genauer hinzuschauen. Wir reden lieber über andere als mit ihnen und übersehen dabei, dass man sonst viel besser zu einer Lösung käme. Hier kann sich jeder wiedererkennen, denke ich. Obwohl man beim Lesen aufgrund der lustigen Bilder und scheinbar irrsinnigen Ideen der Leute im Buch schmunzeln muss, so verfehlt besonders das Ende, in dem das Mienchen die Kommunikation mit dem Tier sucht, seine Wirkung nicht.
Die Botschaft, dass die Lösung oft einfach in direkter Kommunikation und Ursachenforschung liegt, ist angekommen und jeder sollte sie sich zu Herzen nehmen!

Fazit:
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Kinderbuch, das auf liebevolle Weise auch Erwachsenen die klare Botschaft vermittelt, wie wichtig Toleranz und direkte Kommunikation ist.