Ein Kunstwerk über den Umgang mit dem Unbekannten
Kerstin Hau erzählt eine Geschichte über den Umgang mit dem Unbekannten, kreativ illustriert von Stella Dreis. In einem Ort mit phantastischen Wesen liegt plötzlich ein riesiges, unbekanntes, schlafendes Tier im Weg, und erst nach mehreren vergeblichen Strategien der Bewohner, es zu umgehen, findet das Mienchen die Lösung: mit ihm zu reden.
In einer Zeit, in der so viele Themen die Gesellschaft spalten, war ich sehr neugierig auf das Buch. Die Geschichte fand ich dann auch toll – es geht um Angst, Problemlösekompetenz, Mut, Konformität, Kompromissbereitschaft, Ageism, Autorität und Macht und die Kraft Gewaltfreier Kommunikation, erzählt in einfachen Sätzen, Dialogen und vielen Ausrufen, die die Innenwelt der Figuren erlebbar macht. Die Illustrationen lassen eine fremde Welt lebendig werden (auch wenn sie der unseren sehr gleicht), mit vielfältigen Figuren – Tiere, Menschen, Phantasiewesen, ausdrucksvoll in unterschiedlichen Stilen gestaltet, mit einer eindrucksvollen Farbgebung in Graustufen und kraftvollen, effektvoll eingesetzten Akzenten in Orange. Das Buch ist hochwertig verarbeitet. Insgesamt war es eine Freude, im Buch zu blättern und es dann zu lesen! Auch unser Kind (fast 5) hat es nach dem ersten Vorlesen nochmal aus einem Stapel ausgesucht.
Schade fand ich, dass die Figuren sehr klein abgebildet sind – das ist sicher auch Absicht und zeigt den Kontrast zu dem großen Tier. Leider kommen ihre Eigenheiten und Vielfalt dadurch nicht ganz so gut zur Geltung; ich würde sie gerne leichter genauer betrachten können. Die vielen Ausrufe fand ich stellenweise etwas langatmig. Was mich allerdings mehr gestört hat, war die stereotype Rollenzuordnung der erwachsenen Figuren: Timpe-Pa, ein „alter weißer Mann“, trifft die Anordnungen; Timpe-Ma, die toupierte Hausfrau, jammert und ist hilflos. Ich hoffe, dass Kinder heutzutage schon weniger in diesem Klischeedenken aufwachsen, und finde es schade, dass dieses Buch es wieder aufgreift. Die Autoritätsthematik hätte auch mit nicht-genderklischeekonformen oder geschlechtslosen Wesen dargestellt werden können.
Insgesamt ist „Obacht“ ein kreatives Kinderbuch, dass schwere Themen leicht verpackt und auch für Erwachsene schön zum Vorlesen ist.
In einer Zeit, in der so viele Themen die Gesellschaft spalten, war ich sehr neugierig auf das Buch. Die Geschichte fand ich dann auch toll – es geht um Angst, Problemlösekompetenz, Mut, Konformität, Kompromissbereitschaft, Ageism, Autorität und Macht und die Kraft Gewaltfreier Kommunikation, erzählt in einfachen Sätzen, Dialogen und vielen Ausrufen, die die Innenwelt der Figuren erlebbar macht. Die Illustrationen lassen eine fremde Welt lebendig werden (auch wenn sie der unseren sehr gleicht), mit vielfältigen Figuren – Tiere, Menschen, Phantasiewesen, ausdrucksvoll in unterschiedlichen Stilen gestaltet, mit einer eindrucksvollen Farbgebung in Graustufen und kraftvollen, effektvoll eingesetzten Akzenten in Orange. Das Buch ist hochwertig verarbeitet. Insgesamt war es eine Freude, im Buch zu blättern und es dann zu lesen! Auch unser Kind (fast 5) hat es nach dem ersten Vorlesen nochmal aus einem Stapel ausgesucht.
Schade fand ich, dass die Figuren sehr klein abgebildet sind – das ist sicher auch Absicht und zeigt den Kontrast zu dem großen Tier. Leider kommen ihre Eigenheiten und Vielfalt dadurch nicht ganz so gut zur Geltung; ich würde sie gerne leichter genauer betrachten können. Die vielen Ausrufe fand ich stellenweise etwas langatmig. Was mich allerdings mehr gestört hat, war die stereotype Rollenzuordnung der erwachsenen Figuren: Timpe-Pa, ein „alter weißer Mann“, trifft die Anordnungen; Timpe-Ma, die toupierte Hausfrau, jammert und ist hilflos. Ich hoffe, dass Kinder heutzutage schon weniger in diesem Klischeedenken aufwachsen, und finde es schade, dass dieses Buch es wieder aufgreift. Die Autoritätsthematik hätte auch mit nicht-genderklischeekonformen oder geschlechtslosen Wesen dargestellt werden können.
Insgesamt ist „Obacht“ ein kreatives Kinderbuch, dass schwere Themen leicht verpackt und auch für Erwachsene schön zum Vorlesen ist.