Ein ungewöhnliches Buch, das nachwirkt

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Der erste Eindruck beim Lesen des Klappentextes: Ungewöhnliche Thematik, skurril und mal was anderes. Auf den ersten Seiten dann: Krass, verstörend, will ich das wirklich lesen?

Mein Fazit nach Beenden des kurzen Buches: Ja, das will ich und ich würde das Buch auch weiterempfehlen an Menschen, die gute Literatur zu schätzen wissen und mit etwas heftigeren Szenen umgehen können. Die Schlachtszenen und Einblicke ins Fühlen der Tiere sind nicht ohne.

„Ochsenkopf“ dreht sich um einen Mann, der nicht in die Zeit und den Ort passt, in die/den er hineingeboren wurde. Für den Fleischer Rensing ist sein Handwerk und sein Laden alles, was er seit seiner frühesten Kindheit kennt und will. Er verfügt über ein besonderes Talent in der Fleischverarbeitung und einen untrüglichen Instinkt für das Vieh und sein Fleisch, das zu seiner Obsession wird.

Genial, aber auch etwas abstoßend und tragisch – der Charakter des Rensing hat mich etwas an Süskinds Grenouille aus dem „Parfüm“ erinnert und so hatte ich auch damit gerechnet, dass es abgründig wird. Komisch im Sinne von witzig fand ich den Roman nun nicht, für mich war er in erster Linie traurig.

„Ochsenkopf“ ist die Geschichte eines talentierten Menschen, der an seinen Visionen scheitert, eines einsamen Mannes, für den auch die Anpassung an seine Umwelt nicht die Rettung sein kann. Der Schluss passt wie die Faust aufs Auge. Sarkar hat mich mit seinem Debut wirklich beeindruckt.