Es war mein Fleisch
Manik Sarkar erzählt auf nicht mal 200 Seiten das fulminante Scheitern einer Person an den eigenen Idealen, der Gesellschaft und seiner eigenen Unfähigkeit, Erwartungen anderer und gesellschaftlichen Wandel wahrzunehmen. Beim Lesen des Romans drängen sich die Begriffe Obsession, Wahn, Genie sowie Moralist auf.
Rensing junior wird als Einzelkind in eine Familienmetzgerei in einem Dorf in den Niederlanden hineingeboren. Bereits als Kleinkind im Hochstuhl kann er wahlweise seiner Mutter beim Bedienen der Kunden oder seinem Vater beim Zerlegen der Tiere im Kühlhaus zusehen. Eine Freiheit zur Berufswahl gibt es für ihn nicht. Es ist klar, dass er Metzger wird und die Nachfolge seines Vaters als Chef nach dessen Tod antritt. In der Berufsschule fällt er auf, weil er, ein Einzelgänger, ein außergewöhnliches handwerkliches Talent als Metzger zeigt, nur das perfekte Werkzeug duldet und höchste Ansprüche an die Qualität des Fleisches stellt. Das ist zunächst mal moralisch absolut nicht verwerflich. Sein Vater erkennt schnell, dass er den Erfordernissen des Marktes und den Erwartungen der Kunden nicht gerecht werden wird. Die Kundschaft für derart exquiste Fleischereikunst findet sich nicht in einem kleinen Dorf in der niederländsichen Provinz. Vielmehr lockt der neueröffnete Supermarkt mit Preisen, die nur eine Industrialisierung der Tierverabeitung bieten kann. Sein Vater stellt ihm Jacomine zur Seite, die selbst aus einer Metzgerei stammt, einen realisitischen Blick hat und mit beiden Beinen fest im Metzgereigewerbe steht. Es gelingt ihr aber nicht, den Realitätssinn von Rensing junior zu schärfen. Er versucht einen drive-in in der Dorfmetzgerei zu eröffnen, möchte ein System der Vorbestellungen einführen und sinniert über Leasing-Tiefkühlbehältnisse, was Zeugnis über den Verlust von jeglichem Realitätssinn darstellt. Es tut weh, dem Scheitern auf ganzer Linie zuzusehen. Aber es darf auch nicht vergessen werden, dem Roman eine Triggerwarnung voranzustellen. Der Roman enthält viele Szenen, die hartgesottene Leser erfordern, und das Ende wird auch nicht jeder locker weglesen.
Rensing junior wird als Einzelkind in eine Familienmetzgerei in einem Dorf in den Niederlanden hineingeboren. Bereits als Kleinkind im Hochstuhl kann er wahlweise seiner Mutter beim Bedienen der Kunden oder seinem Vater beim Zerlegen der Tiere im Kühlhaus zusehen. Eine Freiheit zur Berufswahl gibt es für ihn nicht. Es ist klar, dass er Metzger wird und die Nachfolge seines Vaters als Chef nach dessen Tod antritt. In der Berufsschule fällt er auf, weil er, ein Einzelgänger, ein außergewöhnliches handwerkliches Talent als Metzger zeigt, nur das perfekte Werkzeug duldet und höchste Ansprüche an die Qualität des Fleisches stellt. Das ist zunächst mal moralisch absolut nicht verwerflich. Sein Vater erkennt schnell, dass er den Erfordernissen des Marktes und den Erwartungen der Kunden nicht gerecht werden wird. Die Kundschaft für derart exquiste Fleischereikunst findet sich nicht in einem kleinen Dorf in der niederländsichen Provinz. Vielmehr lockt der neueröffnete Supermarkt mit Preisen, die nur eine Industrialisierung der Tierverabeitung bieten kann. Sein Vater stellt ihm Jacomine zur Seite, die selbst aus einer Metzgerei stammt, einen realisitischen Blick hat und mit beiden Beinen fest im Metzgereigewerbe steht. Es gelingt ihr aber nicht, den Realitätssinn von Rensing junior zu schärfen. Er versucht einen drive-in in der Dorfmetzgerei zu eröffnen, möchte ein System der Vorbestellungen einführen und sinniert über Leasing-Tiefkühlbehältnisse, was Zeugnis über den Verlust von jeglichem Realitätssinn darstellt. Es tut weh, dem Scheitern auf ganzer Linie zuzusehen. Aber es darf auch nicht vergessen werden, dem Roman eine Triggerwarnung voranzustellen. Der Roman enthält viele Szenen, die hartgesottene Leser erfordern, und das Ende wird auch nicht jeder locker weglesen.