Fremde Welten aus Blut und Fleisch
Bücher über fremde Welten sind nichts Ungewöhnliches - was aber, wenn die fremde Welt aus Schlachthöfen, Metzgereien und dem Einschätzen von Fleischqualität besteht? Es scheint einer der Spezialitäten der niederländischen Erzählkunst zu sein, die alltäglichen Dinge in ebenso distanzierter wie gleichzeitig empathischer Präzision zu berichten und genau damit den Leser derart in den Bann zu ziehen, dass er auch dieses Thema fesselnd finden wird. Das gilt auch für den Roman "Ochsenkopf" von Manik Sarkar, in welchem die Geschichte des Metzgers Rensing erzählt wird. Seine Passion: gut zu sein in seinem Metier, ein Produkt zu verkaufen, auf das er stolz sein kann: Fleisch. Gutes Fleisch von gesunden Tieren. Zugleich erzählt der Roman die Geschichte von Rensings Scheitern, denn seine Geschichte ist auch die derjenigen Menschen, die dieses Produkt gar nicht zu schätzen wissen, weder finanziell noch geschmacklich. Also unsere Geschichte, lakonisch und präzise wie ein Hammerschlag: Man muss jemanden erst betäuben, damit er keinen Schmerz mehr fühlt...