Genie und Außenseiter

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obilot Avatar

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Der junge Rensing erlernt den Beruf des Metzgers, wie sein Vater. Geradezu virtuos geht er mit dem Fleisch um. Keine Kunst seines Handwerks ist ihm nicht bekannt. Nur im zwischenmenschlichen Bereich hapert es. Und so wird ihm eine Fleischertochter aus dem Nachbarort zur Seite gestellt. Bald heiraten die beiden und Rensing übernimmt nach dem Tod des Vaters die Metzgerei.

Kurz und knapp wird die Geschichte um Rensing und das Fleischergewerbe erzählt. Ein leichter Humor sticht immer wieder hindurch. Aber vor allem wird an den Beschreibungen nichts verschönert. So wird das Ableben der Kuh bis ins kleinste Detail sachgerecht erläutert, ohne jede Gefühlsregung. Was jedoch immer wieder verstörend wirkt ist die Begutachtung des noch lebenden Tiers durch Rensing. Wie ein psychopatischer Mörder inspiziert er den Körper des Tieres und bewundert seine Schönheit und Perfektion. So lässt er sich dazu hinreißen, überteuertes Schlachtvieh zu kaufen. Vorläufiger Höhepunkt seines Wahns ist die Tötung eines Schafs auf einer fremden Weide aus lauter Gier am Zerteilen des toten Tieres.

Ich fand den Roman sehr gutgeschrieben. Der Autor beschränkt sich auf die rein sachliche Darstellung, Emotionen bleiben komplett außen vor, sowohl gegenüber den Tieren als auch Menschen. In seinem Handwerk stellt der Autor Rensing als ein Genie heraus. Außerhalb seines Metiers ist er jedoch ein Sonderling und wirkt teilweise sogar abartig und angsteinflößend. Gekonnt versteht es der Autor diese Eigenschaften dem Leser zu vermitteln.