„Keine Sau wird den Unterschied schmecken“

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Anfangs geht es um einen jungen Mann, der eine echte Leidenschaft für das Metzgerhandwerk hat. Rensing liebt gutes Fleisch, erkennt Qualität auf den ersten Blick und möchte mit Übernahme des Metzgereibetriebs seines Vaters das traditionelle Handwerk bewahren und gleichzeitig modernisieren. Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Laden.

Doch je mehr er mit den seiner Meinung nach innovativen Ideen scheitert, desto weiter entfernt er sich von seinen ursprünglichen Idealen. Als das Geld alle ist, muss er seine moralischen Ansprüche über Bord werfen. Der Qualität weicht Profit, seine Moral weicht sich auf und irgendwann wird zu seinem Credo: Die Kunden merken den Unterschied sowieso nicht.

Der Roman erzählt diese Entwicklung schonungslos und mit schwarzem Humor. Gleichzeitig ist er eine Kritik an der Fleischindustrie, an unserem Konsumverhalten und an einer Gesellschaft, die möglichst viel für möglichst wenig haben möchte. Rensing ist dabei keine Figur, mit der man unbedingt mitfiebert – oft trifft er fragwürdige Entscheidungen, wirkt stur und unfähig, andere Perspektiven zuzulassen. Aber gerade das macht seine Entwicklung so erschreckend glaubwürdig.

Besonders gelungen fand ich, dass das Buch keine einfachen Antworten liefert. Es zeigt vielmehr, wie wirtschaftlicher Druck, persönliche Schwächen und gesellschaftliche Erwartungen ineinandergreifen und moralische Grenzen immer weiter verschieben.

Ein ungewöhnlicher, wirklich skurriler und teils auch verstörender Roman, der zum Nachdenken anregt.