Mehr Handwerk, statt Hinterfragen

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Ochsenkopf hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Besonders gefallen hat mir die Leidenschaft, mit der Rensing seinem Handwerk nachgeht. Der Roman zeichnet einen klaren Gegensatz zwischen traditioneller Metzgerkunst und industrieller Massenproduktion. Sprachlich lag hier die Herausforderung zwischen Begeisterung und Kritik, und gerade die kritischen Töne gegenüber der Fleischindustrie fand ich gelungen.

Spannend war für mich außerdem der Blick auf die Niederlande im 20. Jahrhundert, in Verbindung mit der Zeit, als Supermärkte langsam Einzug hielten und den Alltag veränderten.

Weniger überzeugt haben mich die Passagen rund um die Schlachtung von Tieren. Zudem war für mich nach Leseprobe und Klappentext offen, ob sich der Blick auf Nutztiere im Verlauf der Geschichte verändert oder stärker hinterfragt wird. Das hätte ich einen spannende Entwicklung gefunden

So bleibt für mich ein Roman, der interessante Einblicke in ein traditionsreiches Handwerk bietet, dessen Perspektive aber konsequent die eines Fleischessers bleibt. Deshalb würde ich Ochsenkopf eher Fleischliebhabern als Tierliebhabern empfehlen.