Präzises Handwerk

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Der niederländische Übersetzer und Autor Manik Sarkar schickt in seinem lesenswerten Debütroman „Ochsenkopf“ den Protagonisten Rensing junior in eine bitterkomische Irrfahrt zwischen Perfektion und Selbstsabotage – denn als Metzger mit höchsten Ansprüchen an Qualität, Zubereitung und Herkunft des Fleisches lässt es sich einer Welt, in der möglichst billiges Fleisch zählt, nicht gut überleben.

Rensing hat das Metzgereifachgeschäft von seinem Vater übernommen und möchte alles noch besser machen – er bestellt das beste Fleisch, weiß alles über die Herkunft sowie die Tierhaltung und das Billigfleisch aus dem Supermarkt widert ihn an. Seine Leidenschaft und Motive stehen aber konträr zur Gesellschaft. Immer tiefer verstrickt sich Rensing in Ideale, bekommt Geldnot und noch so viel Pökelsalz können nicht überdecken, dass sein Edelfleisch im Laden kaputt geht.

Der doppeldeutige Titel macht klar, Rensing ist ein sturer Ochsenkopf – mit viel präziser Beobachtungsgabe und tragikomischen Ereignissen legt Manik Sarkar authentisch und glaubwürdig den Finger in ein gesellschaftliches Dilemma. Eindringlich und bewegend seziert der Autor den Niedergang eines Perfektionisten mit hohen Idealen und beschreibt Rensings Arbeit sehr detailgetreu. In drei Teilen und auf knapp 200 Seiten punktet der Roman mit einer messerscharfen, klaren Sprache, die zwischen Humor und Brutalität gekonnt changiert. Eine ungewöhnliche, skurrile Geschichte mit starkem Ende, das lange nachhallt und geschickt zum Nachdenken über Konsum und Massenschlachtung anregt.