Überraschender Roman

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buecherundschokolade Avatar

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Ochsenkopf ist kein Roman, den man einfach nebenbei liest. Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, hat mich aber gerade deshalb immer mehr gepackt. Im Mittelpunkt steht Rensing junior, der mit großer Leidenschaft Metzger werden will. Was zunächst ungewöhnlich klingt, entwickelt sich schnell zu einer Geschichte über Berufung, Tradition und die Frage, wie man seinen eigenen Weg geht, auch wenn man damit aneckt.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Figuren nicht glatt oder perfekt sind. Rensing ist oft eigenwillig und manchmal schwer zu verstehen, wirkt dabei aber immer authentisch. Seine Begeisterung für das Handwerk ist so glaubwürdig beschrieben, dass man sich auch für ein Thema interessiert, mit dem man sonst vielleicht wenig Berührungspunkte hat.

Der Roman erzählt aber nicht nur vom Metzgerhandwerk. Es geht auch um das Leben auf dem Land, um Veränderungen in der Gesellschaft und darum, was verloren geht, wenn Traditionen verschwinden. Diese Themen werden ganz unaufgeregt in die Handlung eingebunden, ohne belehrend zu wirken.

Der Schreibstil hat mir ebenfalls gefallen. Er ist ruhig und klar, passt gut zur Geschichte und lässt den Figuren genügend Raum. Wer temporeiche Spannung erwartet, wird hier vielleicht nicht fündig. Wer sich aber auf die Geschichte einlässt, wird mit einem besonderen Roman belohnt, der noch eine Weile nachwirkt.

Für mich war Ochsenkopf eine überraschende und durchaus lesenswerte Entdeckung – ein Buch mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur und einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt.