Unappetitlich und doch unterhaltsam
Rensing Senior war sich der Defizite seines Sohnes bewusst. Ihm war aber auch klar, dass der Junge einige Stärken hatte, bei denen er selbst nicht mithalten konnte. Als er die Kuh auslud, stand der Junior am Hintereingang des Schlachtraums und sagte: „Die ist wässrig“. „Die ist wässrig, äffte der Alte ihn nach.
Meneer Tjalling, Ausbilder an der Fleischerfachschule, wusste, dass der junge Rensing der beste Auszubildende in der Geschichte der Leeuwardener Berufsschule war, den es je gegeben hatte. Seine Messersets stets gewetzt und sauber. Wenn er mit dem Damaststahl hantierte, die dicke Sehne vom Schambein und präzise die Häute vom Kugelgelenk löste, dann wurde man Zeuge von etwas ganz Besonderem. Gut, der Kollege, der Buchhaltung vermittelte und auch der der Handelskunde sahen das etwas anders, aber er musste ihn durch die Prüfung boxen. Während der Konferenz stritten sie eine Stunde, dann knickten die beiden ein, nicht aus Überzeugung, sondern weil sie nach Hause wollten.
Rensing-Junior war seinen Mitschülern fremd geblieben. Fast alle einte das Schicksal, dass sie eines unschönen Tages, durch den Tod des Vaters, dessen Betrieb übernehmen würden. Tatsächlich hielt Rensing sich von allen Freundschaftsbekundungen fern, weil er auf sie herabsah. Sie suchten ihr Fleisch nicht nach Qualität, sondern Verkaufbarkeit. Die anderen spürten seine Abneigung, er hatte einfach kein Händchen für Menschen. Nicht für Freunde, Eltern, Kunden und auch nicht für Zulieferer und Kreditgeber.
Fazit: Manik Sarkan, Übersetzer und Autor, hat in seinem Debüt einen äußerst starrköpfigen Metzger gezeichnet. Als sein Vater stirbt, steigt der junge Mann in die Fleischdynastie ein. Kurz zuvor hatte sein Vater ihn mit einer Fleischereifachverkäuferin verkuppelt, einem dicken, scheuen Mädchen, das gut mit den Kunden kann. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird schnell klar, dass die Dorfgemeinschaft Rensings Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden wird. Der neue Supermarkt tut sein Möglichstes damit das so bleibt. Der Roman hat es stellenweise in sich. Ich erfahre viel über Mastbetriebe, Wurstherstellung und was Billigfleisch zu diesem macht, eigentlich mehr als ich wissen wollte. Der Metzger versucht seinen Traum, vom gut gehaltenen Vieh mit seinem ehrlichen Fleisch, durchzuziehen und bleibt beratungsresistent. Richtig gut gefallen hat mir seine Frau, wie sie in die betrieblichen Belange hineinwächst und autark wird. Weniger gut gefallen hat mir die Sprache, deren lakonischer, teils ironischer Ton -für mich- nicht so gut zum Geschehen passte. Bis zur Mitte des Buches habe ich mich gefragt, ob der Autor eine Botschaft vermitteln will (esst nur gutes Fleisch oder besser gar keins!), aber das scheint nicht der Fall. Für mich war es eine recht unappetitliche Geschichte, die jedoch durchaus ihren Unterhaltungswert hat. Ich kenne nichts Vergleichbares.
Meneer Tjalling, Ausbilder an der Fleischerfachschule, wusste, dass der junge Rensing der beste Auszubildende in der Geschichte der Leeuwardener Berufsschule war, den es je gegeben hatte. Seine Messersets stets gewetzt und sauber. Wenn er mit dem Damaststahl hantierte, die dicke Sehne vom Schambein und präzise die Häute vom Kugelgelenk löste, dann wurde man Zeuge von etwas ganz Besonderem. Gut, der Kollege, der Buchhaltung vermittelte und auch der der Handelskunde sahen das etwas anders, aber er musste ihn durch die Prüfung boxen. Während der Konferenz stritten sie eine Stunde, dann knickten die beiden ein, nicht aus Überzeugung, sondern weil sie nach Hause wollten.
Rensing-Junior war seinen Mitschülern fremd geblieben. Fast alle einte das Schicksal, dass sie eines unschönen Tages, durch den Tod des Vaters, dessen Betrieb übernehmen würden. Tatsächlich hielt Rensing sich von allen Freundschaftsbekundungen fern, weil er auf sie herabsah. Sie suchten ihr Fleisch nicht nach Qualität, sondern Verkaufbarkeit. Die anderen spürten seine Abneigung, er hatte einfach kein Händchen für Menschen. Nicht für Freunde, Eltern, Kunden und auch nicht für Zulieferer und Kreditgeber.
Fazit: Manik Sarkan, Übersetzer und Autor, hat in seinem Debüt einen äußerst starrköpfigen Metzger gezeichnet. Als sein Vater stirbt, steigt der junge Mann in die Fleischdynastie ein. Kurz zuvor hatte sein Vater ihn mit einer Fleischereifachverkäuferin verkuppelt, einem dicken, scheuen Mädchen, das gut mit den Kunden kann. Im weiteren Verlauf der Geschichte wird schnell klar, dass die Dorfgemeinschaft Rensings Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden wird. Der neue Supermarkt tut sein Möglichstes damit das so bleibt. Der Roman hat es stellenweise in sich. Ich erfahre viel über Mastbetriebe, Wurstherstellung und was Billigfleisch zu diesem macht, eigentlich mehr als ich wissen wollte. Der Metzger versucht seinen Traum, vom gut gehaltenen Vieh mit seinem ehrlichen Fleisch, durchzuziehen und bleibt beratungsresistent. Richtig gut gefallen hat mir seine Frau, wie sie in die betrieblichen Belange hineinwächst und autark wird. Weniger gut gefallen hat mir die Sprache, deren lakonischer, teils ironischer Ton -für mich- nicht so gut zum Geschehen passte. Bis zur Mitte des Buches habe ich mich gefragt, ob der Autor eine Botschaft vermitteln will (esst nur gutes Fleisch oder besser gar keins!), aber das scheint nicht der Fall. Für mich war es eine recht unappetitliche Geschichte, die jedoch durchaus ihren Unterhaltungswert hat. Ich kenne nichts Vergleichbares.