Was für ein außergewöhnliches bemerkenswertes Werk!
Als Vegetarier hat mich schon die Leseprobe ratlos und zwiespältig zurückgelassen. Erst nach Tagen entschloss ich mich, trotzdem an der Verlosung teilzunehmen – und habe es nicht bereut. Dieses kleine Juwel am Bücherhimmel hätte ich sonst nie bemerkt.
Die Hauptfigur in diesem Roman hat keinen Vornamen, wird überall nur Rensing jun. genannt. Seinem Vater gehört die einzige Metzgerei in der niederländischen Kleinstadt und um diesen Familienbetrieb dreht sich bereits das ganze Leben des Kindes. Von frühester Jugend an hat Rensing jun. ein besonders Gespür für Nutzvieh. Seine ganze Leidenschaft gehört der Herstellung qualitativ hochwertigen Fleisches. Dafür gehört für ihn auch das schnelle, schmerzlose Töten der Tiere und deren Zerteilung und Weiterverarbeitung. Der junge Metzger lebt für den Familienbetrieb, den er nach dem Tod des Vaters übernimmt.
Trotz seiner sonderlichen Art im Umgang mit anderen Menschen hat der kauzige Eigenbrötler in einer Metzgerstochter aus dem Nachbarort eine passende Frau gefunden. Die jungen Eheleute führen das gemeinsame Geschäft noch nicht lange, als ein Supermarkt im Ort eröffnet. Obwohl durch die Billigkonkurrenz immer mehr Kunden wegbleiben, hält Rensing (jetzt ist er nicht mehr der Junior) an seinen skurrilen Konzepten stur fest.
Als der Familienbetrieb in finanzielle Nöte gerät und kurz vor dem Aus steht, wirft auch er seine moralischen und hochtrabenden Ansprüche über Bord und greift widerwillig zu Mitteln, für die er sich selber schämt.
Seine Achtung gegenüber dem Vieh, welches er am Ende schlachten wird und seine Fähigkeit sich in die Tiere einzufühlen, macht mir den bulligen Metzger immer sympathischer.
Mit viel schwarzem Humor und ohne Rücksicht auf sensible Leser wird die Geschichte der Familienmetzgerei Rensing bis zum bitteren Ende erzählt. Nicht nur einmal musste ich dabei würgen und so mancher Fleischesser hat sich dabei hoffentlich so seine Gedanken gemacht.
Natürlich ist das Buch eine Gesellschaftskritik und zeigt demjenigen, der immer alles günstig haben will, welcher hohe Preis tatsächlich und damit verbundenes Tierleid hinter allem stehen. Die damit verbundenen Konsequenzen werden schonungslos aufgezeigt.
Mit „Ochsenkopf“ ist Manik Sarkar ein bemerkenswerter Roman gelungen. Einfühlsam und voller Empathie für das Vieh erzählt er eine tragikomische Geschichte, die durchaus auch einige humorvolle Elemente besitzt. Seine enorme Sachkenntnis vom Fleischereihandwerk sind auf jeder Seite spürbar.
Es wäre zu wünschen, dass jeder Leser sein eigenes Konsumverhalten überdenkt und kritisch hinterfragt.
Im Titelbild erkenne ich die Doppeldeutigkeit. Mit Ochsenkopf sind sowohl der abgebildete Kopf des Tieres als auch der sturköpfige Rensing gemeint
Trotz vieler Szenen, die mich anwidern (im Supermarkt kann ich keine Fleisch- und Wurstwaren hinter der Theke anschauen) und abstoßen, habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.
Mein Fazit:
Ein bemerkenswertes außergewöhnliches Werk jenseits der 08/15-Norm zu einem nicht alltäglichen Thema. Hoffentlich findet es die richtigen Leser.
Die Hauptfigur in diesem Roman hat keinen Vornamen, wird überall nur Rensing jun. genannt. Seinem Vater gehört die einzige Metzgerei in der niederländischen Kleinstadt und um diesen Familienbetrieb dreht sich bereits das ganze Leben des Kindes. Von frühester Jugend an hat Rensing jun. ein besonders Gespür für Nutzvieh. Seine ganze Leidenschaft gehört der Herstellung qualitativ hochwertigen Fleisches. Dafür gehört für ihn auch das schnelle, schmerzlose Töten der Tiere und deren Zerteilung und Weiterverarbeitung. Der junge Metzger lebt für den Familienbetrieb, den er nach dem Tod des Vaters übernimmt.
Trotz seiner sonderlichen Art im Umgang mit anderen Menschen hat der kauzige Eigenbrötler in einer Metzgerstochter aus dem Nachbarort eine passende Frau gefunden. Die jungen Eheleute führen das gemeinsame Geschäft noch nicht lange, als ein Supermarkt im Ort eröffnet. Obwohl durch die Billigkonkurrenz immer mehr Kunden wegbleiben, hält Rensing (jetzt ist er nicht mehr der Junior) an seinen skurrilen Konzepten stur fest.
Als der Familienbetrieb in finanzielle Nöte gerät und kurz vor dem Aus steht, wirft auch er seine moralischen und hochtrabenden Ansprüche über Bord und greift widerwillig zu Mitteln, für die er sich selber schämt.
Seine Achtung gegenüber dem Vieh, welches er am Ende schlachten wird und seine Fähigkeit sich in die Tiere einzufühlen, macht mir den bulligen Metzger immer sympathischer.
Mit viel schwarzem Humor und ohne Rücksicht auf sensible Leser wird die Geschichte der Familienmetzgerei Rensing bis zum bitteren Ende erzählt. Nicht nur einmal musste ich dabei würgen und so mancher Fleischesser hat sich dabei hoffentlich so seine Gedanken gemacht.
Natürlich ist das Buch eine Gesellschaftskritik und zeigt demjenigen, der immer alles günstig haben will, welcher hohe Preis tatsächlich und damit verbundenes Tierleid hinter allem stehen. Die damit verbundenen Konsequenzen werden schonungslos aufgezeigt.
Mit „Ochsenkopf“ ist Manik Sarkar ein bemerkenswerter Roman gelungen. Einfühlsam und voller Empathie für das Vieh erzählt er eine tragikomische Geschichte, die durchaus auch einige humorvolle Elemente besitzt. Seine enorme Sachkenntnis vom Fleischereihandwerk sind auf jeder Seite spürbar.
Es wäre zu wünschen, dass jeder Leser sein eigenes Konsumverhalten überdenkt und kritisch hinterfragt.
Im Titelbild erkenne ich die Doppeldeutigkeit. Mit Ochsenkopf sind sowohl der abgebildete Kopf des Tieres als auch der sturköpfige Rensing gemeint
Trotz vieler Szenen, die mich anwidern (im Supermarkt kann ich keine Fleisch- und Wurstwaren hinter der Theke anschauen) und abstoßen, habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.
Mein Fazit:
Ein bemerkenswertes außergewöhnliches Werk jenseits der 08/15-Norm zu einem nicht alltäglichen Thema. Hoffentlich findet es die richtigen Leser.