Sprunghafte Erzählung

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sabine Avatar

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In Yuko Kuhns Roman „Onigiri“ geht es um das Leben im Spannungsfeld zweier verschiedener Kulturen. Es geht um den Umgang mit alten Menschen, um Demenz, Diskriminierung, familiäre Konflikte, Einsamkeit und Trost.

Mich schrecken solche ernsten Themen nicht ab, und ich hatte großes Interesse daran, mehr über das Leben der Protagonisten zu erfahren. Doch der äußerst sprunghafte Aufbau des Romans hat es mir nicht leicht gemacht, ihn zu Ende zu lesen. Ungeordnete Erinnerungen an früher vermischen sich mit aktuellen Ereignissen. Ich wusste oft nicht, in welcher Zeit und wo sich die Akteure gerade befinden. Das war frustrierend, und ein Lesefluss kam dabei auch nicht auf. Vielleicht benutzt die Autorin diese Art des Schreibens als Stilmittel, um den Zustand der Demenz zu veranschaulichen. Mich hat sie damit nicht überzeugt. Lediglich der klare Erzählton und die gedankliche Tiefe der Geschichte haben mich durchhalten lassen.

Mein Fazit: ein Buch, für das man viel Geduld braucht.